Ob sie jetzt Charlie sind oder nicht - der französische Modeverband hat alle Modehäuser aufgefordert, die Sicherheitsmaßnahmen für die kommende Modewoche zu verstärken. Männer in Uniformen und Taschendurchsuchungen sind allerdings schlecht fürs Geschäft.

JPG suis Charlie

Jean Paul Gaultier + Team ist auch Charlie

Elle solidarisiert sich mit Charlie Hebdo auf dem Cover

Elle solidarisiert sich mit Charlie Hebdo auf dem Cover

In Paris ist noch lange nicht alles ruhig. Die lokalen Sicherheitsbehörden sind nach den Anschlägen in Paris weiter in Alarmbereitschaft und haben ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste gegen gegen die Mohammed-Karikaturen auf der neusten Charlie Hebdo-Ausgabe gelten weitere Anschlagsversuche als nicht unwahrscheinlich. Aus diesem Grund hat der französische Modeverband Fédération de la Couture die an der kommenden Pariser Fashion Week teilnehmenden Modehäuser in einem Rundschreiben aufgefordert, ebenfalls einfache, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu unternehmen bzw. zu erlauben. Neben Identitätskontrollen sollen auch Taschendurchsuchungen erfolgen. Mehrere Hundertschaften von Polizei und Militär sollen die Fashion Week, die diesen Mittwoch mit den Menswear-Schauen startet und mit Haute Couture Schauen am 29. Januar endet, schützen.

Für die Modestadt sind aber bewaffnete Uniformierte ein Graus, denn sie passen so gar nicht in das Bild aus Glamour und schöner Welt. Medienberichten zufolge sollen bereits einige VIPs auf ihre Front-Row-Plätze verzichtet haben, um sich nicht dem Sicherheitsrisiko auszusetzen. Auch Einkäufer, insbesondere aus dem Mittleren Osten, sind zurückhaltend. Deren Abwesenheit könnte sich finanziell fatal für die Branche auswirken, denn ihre Orders sind essentiell für das exklusive Haute Couture Geschäft. „Das ist sehr schlecht für das Image von Paris. Es ist schrecklich. Seit den Anschlägen fühle ich mich krank. Das alles bringt einen wieder auf den Boden und man realisisiert, in der Welt ist Mode eine schöne Seifenblase“, sagte Karl Lagerfeld kürzlich gegenüber der WWD.

Bislang gib es keine Absagen von Schauen aus Sicherheitsgründen. Im Gegenteil, viele Designer und verbundene Unternehmen zeigen ihre Solidarität mit Charlie Hebdo. Die französische Elle zeigt bspw. ein Charlie-Cartoon auf dem Cover und Jean Paul Gaultier posierte mit seinen Mitarbeitern, die alle „Je suis Charlie“-Schilder in den Händen hielten.

Foto: via flickr/ Kwikwaju // Gaultier Facebook // Elle France