Trotz Krise alles bestens: Rund vier Wochen nach dem Insolvenzantrag verkündet das Hamburger Unternehmen, dass sich der Geschäftsbetrieb stabilisiert hat und ohne Einschränkungen fortgeführt wird. Mitarbeiter und Kunden stehen zum Stricklabel, das weiter auf Investorensuche ist.

Qualität und Tradition wirkt: Die Kunden halten Olsen die Treue

Quasi fast unbeeindruckt von dem Ende Juli eingeleiteten Insolvenzverfahren laufen die Geschäfte der Olsen-Gruppe weiter ihren gewohnten Gang. Wie das Unternehmen heute mitteilte, konnte der Betrieb stabilisiert werden und in vollem Umfang und ohne Einschränkungen fortgeführt werden. „Die sofortige Auslieferung der Herbstkollektion war das entscheidende Signal für den Markt“, betont CEO Urs-Stefan Kinting. „ Der Markt hat verstanden, dass das laufende Insolvenzverfahren weder die hohe Qualität, noch unsere Lieferzuverlässigkeit beeinflusst“, so Kinting weiter. Die Key-Accounts halten Olsen die Treue und halten an ihren Werbeplanungen fest, berichtet er weiter. Positiv entwickelt habe sich auch das eCommerce-Geschäft, dass im August den besten Monat seit dem Relaunch verbuchte und damit deutlich über den Planzahlen lag. Auch die Orderrunde für das Frühjahr 2014 konnte „positiv“ abgeschlossen werden: „Die Resonanz der Kunden in der schwierigen Ordersaison haben die Neupositionierung und Ausrichtung der Kollektion bestätigt.“

Außerdem konnten die Lieferantenbeziehungen in Fernost und Osteuropa trotz des Risikos, dass es zum teilweisen Forderungsausfall kommen könnte, gesichert werden. Darüber hinaus stabilisierte sich auch das gesamte Auslandsgeschäft der Olsen-Gruppe. Keiner der Auslandstöchter in Kanada (65 Retail-Flächen, rund 350 Arbeitnehmer), Polen (16 Freestanding Stores, 23 Shops, knapp 100 Arbeiternehmer) oder in den Wholesale-aktiven Ländern Russland, Großbritannien, Frankreich und Schweiz droht die Insolvenz.

Käufer gesucht

Für den vorläufigen Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus steht nach wie vor die Investorensuche im Vordergrund. Die erste Resonanz sei wegen der Markenstärke „sehr positiv“ ausgefallen, berichtet er. Er ist zuversichtlich, dass der Verkauf des Unternehmens bis zum Jahresende gelingen werde. „Wir haben mit der Stabilisierung des laufenden Geschäftsbetriebs einen großen Erfolg für Olsen und seine Mitarbeiter errungen. Nun wird der Markt entscheiden, welche langfristige Gesamtlösung es für das Unternehmen geben wird.“ Kinting glaubt fest an die Weiterführung: „Durch die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, wie z.B. die Straffung und Modernisierung der Kollektion konnte die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells nochmals verbessert werden.“

Foto: Olsen