Nachhaltig, modisch und technisch ausgefeilt – Trends aus dem Sportbusiness
Städtetauglich, technisch raffinierter und irgendwie grün: Im Vorfeld der Ispo gibt das Team des Münchner Sportartikelhändlers SportScheck eine Prognose ab, wohin der Trend in der Branche geht.
Stefan Herzog prophezeit ein Ende des Outdoor-Booms, dafür kommen Rocker-Ski
Die Ispo, die Leitmesse für das Sportbusiness, steht kurz bevor und wird sich in diesem Jahr wohl deutlich grüner zeigen als im Jahr zuvor. Der Trend geht nämlich dahin, dass Sportartikel technisch ausgefeilter, leichter und vor allem nachhaltiger werden. Stefan Herzog, Sprecher der SportScheck-Geschäftsführung sowie Heiner Unterstaller und Helmut Buchheimer, zwei Zentraleinkäufer des Münchener Sportartikelhändlers, geben einen Überblick über die wichtigsten Trends und geben eine Einschätzung zur Entwicklung der Branche.
Outdoor hat noch Potential
Zu den Verlierern – wenn auch auf hohem Niveau – gehört das Outdoor-Segment, das in der nächsten Saison nicht mehr mit zweistelligen Zuwachsraten glänzen wird. Trotz des abgeschwächten Wachstums wird das Thema bei SportScheck dennoch „weiter im Fokus liegen“, verrät Herzog. Er rechnet damit, dass „wir die Verkäufe im Outdoor-Bereich 2012 noch steigern können“.
Urbanes Naturgefühl
Naturtöne statt Neon
Auch wenn das echte Outdoor-Geschäft vielleicht stagniert, bleibt das Draußen-Lebensgefühl in den Städten nach wie vor aktuell – allerdings dezenter und modischer. „Erdtöne sind angesagt. Jacken und Hosen sind figurbetont geschnitten“, erklärt Helmut Buchheimer. Urban Outdoor befindet sich weiterhin im Aufwind. Auf der Ispo werden daher „Jacken in Wollstrick-Optik, Softshell-Mäntel sowie wasser- und winddichte Jacken im Freizeitlook“ auf der ISPO zu sehen sein, prognostiziert Heiner Unterstaller. Auf Funktionalität wird dabei keinesfalls verzichtet: Praktische Taschen und getappte Nähte sind ein Muss – es könnte ja doch noch mal raus in die Natur gehen.
Ski-Variationen
Wichtige Wachstumsimpulse erhofft sich der Sportartikelhändler, der Teil der Otto Group ist, auch vom Thema Freeski, genauer gesagt von den sog. Rocker Skiern, die durch ihre besondere Bauweise leichter zu fahren sind. Ein wichtiges Thema ist auch der Fitnessgedanke, der auf andere Sportarten übertragen wird, wie etwa Speed-Hiking und Speed-Skiing. Um diesem neuen Anspruch gerecht zu werden, setzten Hersteller auf leichtere Ausrüstung – das gilt bei Hartware ebenso wie im Textilbereich, weiß Heiner Untersteller. Auch beim Thema „Sport bei Nacht“ wie etwa beim Night-Skiing setzen Hersteller auf optimierte Ausrüstung.
Fairness
2012 ist auch weiterhin vom Thema Nachhaltigkeit getrieben. Neben Organic Cotton sind auch Artikel aus recyceltem Polyester stark gefragt. Überdies zieht der Verbraucher, Waren aus der Heimat denen aus Fernost vor. Qualitätssiegel wie das bluesign oder Made in Germany bzw. Made in Europe können da als Verkaufsargument ziehen und gewinnen somit an Bedeutung.
Fotos: Messe München GmbH/ SportScheck





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