Dem Handelskonzern wird vorgeworfen, die Arbeitnehmerinnen in seinen indischen Zulieferbetrieben auszunutzen, Hungerlöhne zu zahlen und Gewerkschaftmitglieder zu diskriminieren. Metro weist die Vorwürfe zurück.

Metro Markt in Deutschland (Quelle: Metro)

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung unter Berufung auf eine unveröffentlichte Studie der Hilfsorganisation Oxfam soll der deutsche Einzelhandelsriese Metro den indischen Arbeiterinnen seiner indischen Zulieferer nur 85 Cent für zehn bis zwölf Stunden Arbeit bezahlen. Die Armutsgrenze liegt bei 94 Cent pro Tag. Außerdem wurde Metro vorgeworfen, massiv Arbeitsrecht zu verletzen und Gewerkschaftsmitglieder unter Druck zu setzen. Ein Sprecher von Metro sagte, dass das Unternehmen „enttäuscht und überrascht“ von den Vorwürfen ist. „Metro Cash & Carry hält sich nicht nur strikt an die gesetzlichen Bestimmungen und die Sozialleitlinien der Metro Group, sondern hat für seine Mitarbeiter Standards eingeführt, die teilweise deutlich über den marktüblichen Standards liegen. so der Unternehmensprecher. Mitarbeiter erhalten darüber hinaus Essen, Kleidung für Arbeit und Krankenversicherungen. Eine Diskriminierung wegen des Geschlechts erfolge nicht.

Franziska Humpert, Autorin der Studie und Referentin für soziale Unternehmensverantwortung für Oxfam Deutschland sagt dazu „Insgesamt klafft bei Metro in Bezug auf die soziale Verantwortung eine erhebliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit”. Besonders eklatant findet sie den Widerspruch zwischen dem selbstauferlegten Verhaltenskodex von Metro und der Realität. Indische Frauen werden extrem diskriminiert, da sie 50% weniger Geld erhalten als ihre männlichen Kollegen. Metro verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass ihre indischen Lieferanten “alle vertraglich zusichern müssen, dass sie keine Kinder- oder Sklavenarbeit betreiben, ihre Mitarbeiter nicht ausbeuten und die gesetzlichen oder höhere Löhne zahlen”.

Auch der Vorwurf, Gewerkschaftsmitglieder zu benachteiligen oder gar zu kündigen stellt Metro als unzutreffend dar. “Gewerkschaften sind in unseren Großhandelsmärkten ungehindert aktiv”, sagte der Sprecher.

Man weiß in der Tat nicht, was an diesen Vorwürfen dran ist. Viele Handelsunternehmen wie Aldi, Lidl, Edeka, Metro, Rewe und Tengelmann sowie einige großeTextilanbieter sind ja regelmäßig in der Kritik, weil sie ihre Marktmacht zu Lasten ihrer Arbeitnehmer ausnutzen. Der Verbraucher bleibt aber verunsichert zurück, da er nicht weiß, wem er trauen kann: den Konzernsprechern oder den gemeinnützigen Organisationen und Gewerkschaften.