Das deutsche Modeunternehmen konnte im vergangenen Geschäftsjahr zwar seine Umsätze steigern, dennoch schreibt Laurèl rote Zahlen. Gründe für das durchwachsene Ergebnis sind u.a. gestiegene Personalkosten und die Ukraine-Krise. Das schwierige Russland-Geschäft beeinflusst auch das laufende Jahr.

Laurèl schielt nun auch verstärkt gen Westen und will in Nordamerika stärker expandieren

Laurèl schielt nun auch verstärkt gen Westen und will in Nordamerika stärker expandieren

Die Laurèl GmbHkonnte ihre Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2013/2014 (Stichtag: 30. April) um 10,4% auf 39,4 Mio. Euro steigern. Die Retail-Erlöse stiegen dabei um 14,5% auf 8,7 Mio. Euro, während sich die Wholesale-Umsätze fast zweistellig, um 9,3 % auf 30,7 Mio. Euro, verbesserten. Rechnet man die Umsätze der 100%igen Tochtergesellschaft Laurèl Asia Ltd. dazu, ergibt sich insgesamt ein Umsatz von 42,2 Mio. Euro (Vorjahr: 37,8 Mio. Euro).

Doch die positiven Umsatzentwicklungen können nicht über die Verschlechterung der Ergebniszahlen hinweg täuschen. Durch zahlreiche Shop-Eröffnungen in den vergangenen beiden Jahren, der Stärkung des Wholesale-Vertriebs wurde zwar eine solide Basis für ein zukünftiges Wachstum geschaffen, dennoch rutschte das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit -2,2 Mio. Euro in den roten Bereich. Im Vorjahr konnte Laurèl noch 0,4 Mio. Euro realisieren. Gründe für dieses Ergebnis sind unter anderem die gestiegenen Personalkosten und die Ukraine-/Russland-Krise. Entsprechend sank auch das Jahresergebnis von -3,4 Mio. auf -4,6 Mio. Euro. „Die Planungslogik einer Wachstumsstrategie über fünf Jahre läuft in der Bekleidungsindustrie im Bereich Wholesale und mit eigenem Retail immer ähnlich: zwei Jahre Investitionen, ein Jahr Konsolidierung und ab dem vierten Jahr Erträge. Dementsprechend war auch unsere Ertragssituation im Geschäftsjahr 2013/14 planmäßig noch beeinträchtigt, auch wenn wir Phase 1 bereits abgeschlossen haben. Aktuell arbeiten wir intensiv daran, im laufenden Geschäftsjahr operativ eine „schwarze Null“ zu erzielen.“, so Dirk Reichert, CEO der Laurèl GmbH, zur Lage.

Aufgrund der Geschäftszahlen 2013/2014 stufte die Creditreform Rating AG die Laurèl GmbH von „BB-watch“ auf „B“ herunter.

Was bringt die Zukunft?

Ganz nach der Internationalisierungsstrategie will Laurèl zukünftig vor allem in den USA und Kanada sowie in China weiter wachsen. In den Vereinigten Staaten kann das Modeunternehmen bereits Erfolge vorweisen und ist bei renommierten Handelskonzernen wie Bloomingdale’s im Sortiment. Die Russland-/Ukraine-Krise wird auch im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 für Laurèl eine große Herausforderung darstellen. Für die Vororder Frühjahr/Sommer 2015 wird bereits jetzt mit einem Minus von ca. 12 % bis 14 % gerechnet.

Foto: Laurèl