Charles Vögele rutscht weiter in die Miesen
Der Schweizer Modekonzern schlittert immer tiefer in die roten Zahlen. Der Vorstand spricht von einem markanten Umsatzrückgang und proklamiert ein Umdenken bei den Prozessen. Bis 2013 will das Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren.
Charles Vögele: Innen gibt es tiefgreifende Veränderungen
Charles Vögele räumt aus: Die Marken Biaggini und Kingfield werden aus dem Sortiment gestrichen
Die Charles Vögele Gruppe hadert mit den Zahlen: Im Geschäftsjahr 2011 musste der Konzern einen Rückgang des Nettoumsatzes um 15% (bzw. 182 Mio. Franken) auf 1,016 Mrd. Franken (843 Mio. Euro) verkraften. Davon sind rund 80 Mio. Franken dem Wertverlust des Euros zuzuschreiben, da die Gruppe rund 60% ihrer Umsätze im Euro-Raum erzielt. Neben dem schwierigen Marktumfeld, dem schwachen Euro und der unüblich warme Herbst haben auch interne Schwierigkeiten etwa in der Sortimentsgestaltung und der Warenversorgung zum Umsatzrückgang beigetragen, räumt der Vorstand ein. „Mangelhafte Prozesse in der Logistik, die zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit führten, eine Verunsicherung des Kunden durch eine unklare Marktpositionierung sowie Probleme bei der Damenkollektion“ konkretisiert CEO Frank Beeck die Versäumnisse.
Auch bei den Ergebniskennzahlen kommt kein Grund zur Freude auf. Die Bruttogewinnmarge reduzierte sich von 67% auf 62%. Aufgrund der sich aus abgewerteten Euro ergebenden Goodwill-Anpassung für Deutschland und Österreich in Höhe von 36 Mio. Franken fiel das EBITDA auf -21 Mio. Franken. Das EBIT belief sich auf -114 Mio. Franken. Das Konzernergebnis rutschte von 18 Mio. Franken auf -119 Mio. Franken. Der Umsatzeinbruch hat auch die Liquidität der Gruppe beeinträchtigt. Zum Ende des Jahres belief sich die Nettoverschuldung auf 134 Mio. Franken. Aufgrund eines Anfang 2012 abgeschlosseneren Syndikatkredit über 255 Mio. Franken ist die Finanzierung allerdings bis Mitte 2015 gesichert.
Problem erkannt, Gefahr gebannt?
Zukünftig setzt Charles Vögele – wie bereits im November mitgeteilt – auf nur noch eine starke Kernmarke. Die Sublabels Casa Blanca, Biaggini oder Kingfield werden eingestellt. So will sich der Konzern wieder klarer positionieren und zurück auf den Erfolgspfad kehren. Oberstes Ziel des Vorstandes ist es, bis Ende 2013 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu präsentieren. 2014 soll der Nettogewinn dann sogar zweistellig sein. „Wir gehen davon aus, dass sich unsere Nettoumsätze im tiefen einstelligen Prozentbereich steigern werden“, so Frank Beeck zur zukünftigen Entwicklung. „Unterstützt von Maßnahmen auf der Kostenseite und einer zurückhaltenden Einkaufsplanung erwarten wir für 2012 keinen wesentlichen Anstieg der Nettoverschuldung.“







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