Das Geschäftsjahr 2012 war nicht gerade berauschend für den Schweizer Modeanbieter: Der Umsatz sank und unterm Strich stand ein immer noch tiefrotes Ergebnis. Dennoch gibt es Hoffnung, denn der Konzern erreichte zumindest einen positiven Cash Free Flow. 2013 soll das Unternehmen wieder auf profitables Wachstum getrimmt werden.

Charles Vögele In-Store

Die Verbesserungen in den Kollektionen sind in den aktuellen Frühjahr/Sommerkollektion sichtbar

2013 stand bei Charles Vögele ganz unter der Prämisse „Stop the bleeding“: Alle operativen Aktivitäten des Modekonzerns aus Pfäffikon standen im Zeichen des Cash Managements und der intensiven Arbeit am Produkt. Die verhaltene Konsumstimmung, die Euro-Krise, der schwache Euro und Wetter-Kapriolen machten es dem Unternehmen allerdings nicht gerade leichter, gesteckte Umsatz- und Ergebnisziele zu erreichen oder gar zu übertreffen.

So verringerte sich der Nettoumsatz um 4,4% von 1,016 Mrd. CHF auf 972 Mio. CHF. Rund 16 CHF des Umsatzrückgangs sind auf die zum Schweizer Franken stark abgewerteten Fremdwährungen (hauptsächlich Euro) zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Währungsbereinigt betrug der Umsatzrückgang nur 2,8%. Die Zahl der Filialen reduzierte sich von 817 auf 812 Standorte.

Weiter in den roten Zahlen

Trotz geringerer Umsätze verbesserte sich das EBITDA von -21 Mio. auf -17 Mio. CHF, das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich von -114 Mio. auf -99 Mio. CHF. Auch wenn die Ergebniszahlen im zweiten Halbjahr dank besserer Eingangsmargen und geringerer Preisreduktionen verbessert werden konnten, wurde das EBIT durch Wertberichtigungen in den osteuropäischen Ländergesellschaften sowie in Belgien und den Niederlanden in Höhe von 32 Mio. CHF belastet. Das Konzernergebnis blieb mithin weiterhin tiefrot und konnte sich lediglich um 10 Mio. CHF von -119 Mio. auf 109 Mio. CHF verbessern. Nichtsdestotrotz konnte Charles Vögele dank signifikant reduziertem Einkaufsvolumen und restriktiven Investitionen den Cash Flows um 15 Mio. Euro auf 172 Mio. CHF verbessern.

Turnaround-Konzept zeigt Wirkung

2013 steht nun die Rückkehr zur nachhaltigen Profitabilität. Für das laufende Jahr rechnet Charles Vögele daher mit einem deutlich verbesserten Betriebsergebnis.

Ein erster Schritt dahin, ist die Konzentration auf die Kernmärkte. Anfang des Jahres wurde das Länderportfolio überprüft und beschlossen, sich aus den Märkten Polen und Tschechien zurückzuziehen. Weitere Verbesserungs- und Optimierungsmöglichkeiten in den Geschäftsbereichen und Länderorganisationen werden weiter evaluiert. Darüber hinaus wurden weitere Restrukturierungsmaßnahmen wie die Konzentration auf die „Einmarkenstrategie“, die Flexibilisierung der Beschaffung, Produktverbesserungen, insbesondere im DOB-Bereich, und Preisanpassungen umgesetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. In den Filialen wurden die Sortimente in Stammabteilung und Coordinates-Flächen unterteilt, um eine zielgruppengerechtere Kundenansprache sicherzustellen. Darüber hinaus soll die Filial-Formatstrategie überarbeitet und die Warensteuerung verbessert werden. In der Schweiz zeigte darüber hinaus die im Herbst gestartete neue Dach-Kampagne „Wir beraten Sie mit Stil“ Wirkung (hier eine Begleitstudie der Agentur Red Lion). Daran soll nun mit umsatzorientierten Sofortmaßnahmen angeknüpft werden.

Foto: Charles Vögele