Magie statt Kommerz! Die grüne Warenhauskette bringt den Zauber von Weihnachten zurück in die Großstädte. Eifrige Wichtel und ein herzerwärmender Spot machen fast wieder Lust, in ein Warenhaus zu gehen.

Die kanadische Hudson’s Bay Company (HBC) Gruppe hat wohl nicht zu viel versprochen, als sie jüngst ankündigte, dieses Jahr ein „inspirierendes Weihnachtsgeschäft“ zu liefern. Bei Galeria Kaufhof sind die Wichtel los. Die grüne Warenhauskette legt sich mächtig ins Zeug und baut die Kaufhof-Wichtel fast zu einer eigenen Marke auf. Die kleinen Männchen mit der roten Kapuze treiben ihren lustigen Schabernack in den winterlich geschmückten Schaufenstern und in den Hallen der Kölner Kaufhauskette, die dieser Tage mit dem Slogan „Wünsche werden wahr“ wirbt.

 

Galeria Kaufhof wirbt parallel mit einem emotionalen TV-Spot, in dem die Geschichte von einem Mädchen und ihrem Wichtelfreund erzählt wird. Im Vergleich zu dem Spot von vor fünf Jahren, der unter dem Titel „Geschenke, die glücklich machen“ lief, geht es dieses Jahr nicht ums Kaufen oder Schenken, sondern darum, dass das schönste Geschenk ja eigentlich „unsere Liebsten“ sind. In Zeiten, in denen der stationäre Handel um jeden Bon kämpfen muss, ist es sicherlich ein mutiger Schritt, nur rein emotional zu werben, allerdings zahlt er auf die Marke ein und das könnte sich in (wirtschaftlich) unsicher werdenden Zeiten vielleicht doch lohnen. Für die Kreation zeichnete sich die Kölner Agentur Scholz & Friends aus. Der Song „You are not alone“ wird von The Voice Kids-Teilnehmerin Cosma gesungen. Gespielt wird die Kampagne im Fernsehen, online, am POS und in Printanzeigen. HBC soll laut Handelsblatt den Werbeetat für das Weihnachtszeit um 17 Mio. Euro aufgestockt haben.
 

Für mehr Weihnachtsemotion soll auch der Ex-KaDeWe-Weihnachtsmann bringen, der ab dem 28. November im Erdgeschoss des Hauses am Alexanderplatz die Kunden begrüßt. Auch die Webseite von Galeria Kaufhof will für Weihnachten inspirieren und zeigt im unternehmenseigenen Blog wie man originelle Weihnachtskarten bastelt oder seine Geschenke kreativ verpackt.

Während Karstadt erst kürzlich deutlich machte, sich regionaler aufzustellen, scheint Kaufhof – wie der Weihnachtsspot zeigt – stärker auf die emotionale Bindung zu setzen. Laut HBC-Chef Richard Baker haben die grünen Kaufhäuser „beste Chancen, großartig zu sein“, aber das schob er im Interview mit dem Handelsblatt gleich hinterher: „ sie sind es noch nicht“. Es fehle das Aufregende, das Unterhaltsame – das was einst den besonderen Spirit der Warenhäuser ausgemacht hat. Deshalb soll der Service verbessert, der Omnichannel-Ansatz ausgebaut und der Fashion-Anteil, insbesondere in der DOB, erhöht werden, teilweise auch mit amerikanischen Marken. – eine Strategie, mit der der Konkurrent Karstadt vor einiger Zeit mächtig baden ging. Auch Handelsexperten halten die Strategie für schwierig: „Um Gottes willen – ausgerechnet Saks, das Super-Premium-Konzept, wollen sie in den Markt importieren, dessen ungekrönte Könige derzeit die fast-fashion Spezialisten sind, H&M, Zara und Primark heißen? Das ist weltfremd und zum Scheitern verurteilt“, analysierte Prof. Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg jüngst. Er glaubt, dass HBC „wenig Verständnis für den deutschen Markt“ hat.