Digitaler Gewinner? Die Essener Warenhausgruppe hat lange gebraucht, um im Netz seine Nische zu finden. Nach langen unprofitablen Jahren berichtet das Unternehmen nun von schwarzen Zahlen, die über den Vertriebskanal erreicht wurden.

Haushalt, Küche, Elektro sind die gut laufenden Sortimente im Karstadt-Onlineshop

Haushalt, Küche, Elektro sind die gut laufenden Sortimente im Karstadt-Onlineshop

Was für die Ladentheken gilt, gilt nun offenbar auch für den digitalen Warenkorb: Karstadt verdient dort Geld. „Karstadt.de schreibt erstmals schwarze Zahlen“, erklärte Karstadt-Onlinechef Klaus Haensch in der der Samstagsausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Karstadt war mit seinem Onlinestart 2001 einer der ersten deutschen Händler, die sich einen Onlinevertriebskanal leisteten. Genaue Zahlen zur Entwicklung des eCommerce-Geschäfts gibt es nicht. 2,5 Millionen Besucher soll es aktuell monatlich auf der Plattform geben. Doch einfach war es für Karstadt im digitalen Umfeld in den letzten 15 Jahren nicht – immer gab es jemanden, der mehr oder günstigere Produkte anbieten konnte. Im letzten Jahr kündigte das Unternehmen dann an, keine weiteren Ressourcen im ruinösen Digitalwettbewerb zu verbrennen, sondern einzig nach einer „kaufmännischen“ Maxime  zu agieren. Das Unternehmen strich sein Onlinesortiment auf 50.000 Produkte zusammen und konzentrierte sich auf Sortimente wie Heimtextilien, Haushaltsgeräte und Küchenartikeln, bei denen Preis und Leistung stimmen und die Retourenwahrscheinlichkeit berechenbarer ist. Haensch sagte, dass der Onlineshop mit dieser neuen Nischenstrategie in den zwei zurückliegenden Quartalen bessere Zahlen als in den Vorjahresmonaten erzielt habe und „über den internen Planungen“ liege.