Weil es Sinn macht! Der Essener Warenhauskonzern verteidigt seine neue, abgespeckte Online-Strategie mit betriebswirtschaftlichen Argumenten. Diese gelten auch im Buchgeschäft. Hugendubel wird in knapp der Hälfte aller Filialen Shop-in-Shops einrichten.

Hugendubel will 37 Karstadt-Filialen mit Buch-Flächen bereichern, vielleicht auch mehr

Hugendubel will 37 Karstadt-Filialen mit Buch-Flächen bereichern, vielleicht auch mehr

Bis zum Ende des Jahres sollen bis zu 20 Karstadt-Häuser mit neuen rund 30 Quadratmeter großen Hugendubel-Abteilungen ausgestattet werden. Das eigenbetriebene Buchgeschäft, das ohnehin nur noch in ausgewählten Filialen das Sortiment bestückte, will Karstadt zeitgleich einstellen. Hugendubel betreibt bereits 17 eigene Filialen in Karstadt-Häusern und im KaDeWe. Im Zuge der erweiterten Partnerschaft sollen einige davon in Shop-in-Shops umgebaut werden. Insgesamt soll die Zahl von 17 auf 37 steigen, „perspektivisch“ ist es sogar denkbar, sämtliche Karstadt-Filialen mit Hugendubel-Flächen auszustatten.

Durch die Partnerschaft kann Karstadt sein breit aufgestelltes Warenhausangebot aufrecht erhalten – noch dazu zu verbesserten Konditionen und mit externer Kompetenz, denn Hugendubel steuert den Einkauf, die Logistik und die Warenpräsentation in der Filiale selbst. „Unsere Kunden schätzen sehr, dass sie sich unterschiedlichste Einkaufswünsche unter einem Dach erfüllen können. Bücher werden im Warenhaus gerne gekauft und deshalb werden wir auch ein starkes Buchangebot haben. Wir konzentrieren uns vom Angebot her konsequent auf Bestseller und Topseller, also Bücher, für die bereits eine erhebliche Nachfrage besteht. Was wir machen, machen wir richtig und profitabel. Mit Hugendubel konnten wir den für diesen Bereich wichtigsten Player am Markt gewinnen, um das Buchgeschäft so erfolgreich wie möglich betreiben zu können“ erklärt Sven Möller, Leiter Category Management Freizeit bei Karstadt, den Schritt.

Gesunder Schrumpfkurs beim Onlinegeschäft

Online will Karstadt Segmente fokussieren, die die Logistik nicht belasten

Online will Karstadt Segmente fokussieren, die die Logistik nicht belasten

Kürzlich hatte der Warenhauskonzern angekündigt, in seinem Onlineshop nicht mehr alles anzubieten, auch wenn das heißt, auf Umsätze zu verzichten. Das Sortiment mit aktuell 140.000 Artikeln soll deutlich verkleinert werden. Gestrichen wird dort, wo Karstadt keine Kompetenz zu haben glaubt, wie bspw. bei Spielwaren, Kinderbekleidung und Büchern. Auch bei Mode soll stärker darauf geschaut werden, was sich abverkauft. In einem Interview mit Internet World Business verteidigte eCommerce-Leiter Klaus Haensch den gedrosselten Kurs: „Wir agieren nicht zögerlich, sondern kaufmännisch sinnvoll: Wir wollen und werden online Geld verdienen“. Mit dem Fokus auf Segmente wie Living, Elektro und Beauty will Karstadt online profitabel wachsen. Dazu braucht es allerdings mehr als ein gestrafftes Sortiment! Karstadt muss seine Strategie auch online weiterdenken, wenn es damit erfolgreich sein will und die Zugkraft der Marke noch nutzen kann.