Internet und schlechtes Wetter... Nach rund 230 Jahren steht der Schonacher Modehändler am Abgrund. Das Unternehmen musste einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

Kaltenbach-Filiale in Donaueschingen: „Wir wollen auch in Zukunft unseren Kunden direkt an ihrem Heimatort eine große Auswahl an Mode bieten. Das können wir aber nur gemeinsam mit unseren Kunden schaffen“, so Herbert Kaltenbach

Am 5. April hat die Kaltenbach-Mode GmbH & Co.KG mit ihren vier gleichnamigen Geschäften beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Vor vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Stefano Buck von der auf Insolvenzen und Restrukturierungen spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun, die auch bereits das Verfahren der Modefirma Passport betreuen, ernannt.

Die Geschäfte werden vorerst wie gewohnt geöffnet bleiben, teilte Geschäftsführer Herbert Kaltenbach letzte Woche mit. Er appellierte an seine Kundinnen, weiterhin lokal einzukaufen. Laut Buck werden die Kunden von dem laufenden Verfahren „nichts mitbekommen“. Die Gehälter der 24 Mitarbeiter sind bis Ende Mai über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Der Rechtsanwalt ist nach erster Sichtung der Unterlagen zuversichtlich, dass die Sanierung des traditionsreichen Modehändlers gelingen kann. „Das Unternehmen könnte der Jahresplanung zufolge in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen gelangen“, so Buck. Als Ursachen der Insolvenz nannte Buck eine hohe Schuldenlast aus der Vergangenheit sowie fehlende Umsätze aufgrund des zu warmen Herbstes und Winters.

Kaltenbach – Haus der Mode hat seine Ursprünge in einer 1790 gegründeten Bauernschneiderei und wird heute in der achten Generation geführt. Herbert Kaltenbach hat die Geschäftsführung vor drei Jahren an seine Söhne Oliver und Axel übertragen, aber sich weiter in die Geschäfte involviert. Insgesamt betreibt das Unternehmen vier Filialen (2x in Schonach, Donaueschingen und Villingen-Schwenningen).

Foto: Kaltenbach