John Galliano bleibt Persona non grata
Weiter in Ungnade: Auch zwei Jahre nach seinem antisemitischen Ausfall tut sich der ehemalige Chefdesigner von Dior schwer, seine Karriere wieder ins Rollen zu bringen. Studenten der New Yorker Fashion School Parsons wollen einen dreitägigen Workshop mit ihm boykottieren und haben eine Petition aufgesetzt.
Bereits rund 1.000 Leute haben sich bereits dafür eingesetzt, dass John Galliano keinen Workshop für die Master-Klasse der Parsons The New School of Design hält. Der Grund für die Ablehnung Gallianos ist ebenso emotional wie das Thema des geplanten dreitägigen Workshops mit dem Titel „Show Me Emotion“: „Es macht keinen Unterschied, ob es für drei Monate oder drei Tage ist. Jemanden zu engagieren, der so furchtbare Aussagen gemacht hat, zeigt, dass die Schule Galliano über die gesamte jüdische Studentenschaft stellt. Es ist eine Schande, so jemanden zu verpflichten “, heißt es in der Petition auf change.org.
Die Schule dagegen sieht die Sache dagegen gelassener: Nach seinen antisemitischen Ausfällen im Jahr 2011 („Ich liebe Hitler“ oder „Leute wie du sollten tot sein“) habe Galliano eine ernsthafte Absicht gezeigt, seine Handlungen wieder gut zu machen. Zudem erhielten die Studenten der Abschlussklasse hierdurch die Möglichkeit, in einem sehr intimen Rahmen mit einem „überaus talentierten Designer“ über die Herausforderungen und Komplikationen eines der erfolgreichsten Modehäuser des 21. Jahrhundert zu diskutieren. In amerikanischen Medien, sogar im Wall Street Journal, wird das Thema heiß diskutiert: Viele Leser lehnen Galliano grundsätzlich weiter ab, andere zeigen sich toleranter und wollen ihm einen Neuanfang ermöglichen.
Galliano verlor nach dem verbalen Übergriffen seinen Job beim Modehaus Dior und seinem eigenen Modehaus, war einige Monate in einer Entzugsklinik, wurde von einem französischen Gericht verurteilt, bekam den Ehrenritter-Titel aberkannt, hat sich öffentlich entschuldigt und Medienrummel weitestgehend gemieden. Das Modehaus Oscar de la Renta gab der arbeitslosen 52-Jährigen Anfang des Jahres eine Chance und ließ ihn bei sich arbeiten.
Foto: Archiv








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