Victoria’s Secret: Ärger mit dem „Perfect Body“
Mal wieder eine Kurvendiskussion! Die neue Anzeigenkampagne des US-Lingerie-Anbieters schlägt hohe Wellen. Mit einer Petition soll das Unternehmen gezwungen werden, sich dafür zu entschuldigen. Die kurvenlosen Engel vermitteln ein falsches, unrealistisches Frauenbild.
Was ist perfekt und war nicht, das ist hier die Frage. Statt eines dünnen Ideals gibt es eine enorme Formenvielfalt
Dass die Victoria’s Secret Engel nunmal keine Rubensfiguren sind, ist bekannt. Trotzdem sorgt die aktuelle Kampagne mit den weltweit bekannten Topmodels für Ärger. Auf der Anzeige posieren zehn „Engel“ mit „perfekten“ Körpern, um die neue BH-Linie anzupreisen. Darüber steht The perfect ‚body’ – wobei mit Body eigentlich der neue Body-Bra gemeint ist. Viele Kundinnen dürften das Wortspiel allerdings missverstehen und ihre Körpermaße mit denen der Supermodels vergleichen und dabei erhebliche Abweichungen feststellen.
Normale Frauen sind eben keine „Engel“
Die Anzeige zielt darauf ab, das Selbstwertgefühl von Frauen zu schwächen, wenn ihre Körper nicht dem „schmalen Schönheitsstandard“ entsprechen, monieren drei Studentinnen aus Leeds, die auf Change.org eine Petition aufgesetzt haben, mit der sie das US-Unternehmen auffordern, sich für die „ungesunde und verstörende Anzeige“ zu entschuldigen. Gerade junge Frauen könnten sich durch die Anzeige verunsichern lassen und Essstörungen entwickeln. Bislang hat die Petition bereits mehr als 22.000 Unterstützer/innen gewonnen. Auf Twitter und anderen Social Media Kanälen findet die Aktion zudem zahlreiche Befürworterinnen, die eine weitaus größere weibliche Formenvielfalt statt eines perfekten mageren Körpertypus lobpreisen. Unter #iamperfect gibt es eine rege Diskussion zum Thema. Bislang hat sich Victoria’s Secret noch nicht zu der Kritik geäußert. Warum auch? Eine ähnliche Diskussion im Jahr 2010 ist verebbt und hat der Marke lediglich zu mehr Publicity verholfen.
Überall „Thinspiration“
Dass Modefirmen immer wieder der Magerwahn-Kritik ausgesetzt sind, zeigt auch die aktuelle Diskussion um Topshop. Die englische Modekette präsentiert ihre Kollektionen auf unrealistisch dünnen Schaufensterpuppen. Ein Bild, auf dem zwei Kundinnen ihre Unterschenkel mit denen einer Puppe verglichen, wurde mehr als 7.000 Mal geteilt. Das Thema wurde mittlerweile auch von der britischen Presse aufgegriffen. Auch hier fordert die Onlinegemeinde mehr „Realitätssinn“ statt „Thinspiration“.
Update vom 10. November:
Nachdem fast 30.000 Leute die Onlinepetition unterzeichnet hatten, gab Victoria’s Secret nach und änderte den Slogan in „A body for every body“, wobei sich an den wohl recht ähnlichen Körpermaßen der Models nichts tat. Offiziell gab es kein Statement des US-Unternehmens, warum die Kampagne geändert wurde.
Foto: Victoria’s Secret und Redo via Twitter







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