Die Stimmung im deutschen Einzelhandel ist deutlich besser als noch zu Jahresbeginn. Der Handelsverband der Einzelhändler (HDE) korrigiert angesichts der stabilen Verbraucherstimmung die Umsatzerwartung für das laufende Jahr nach oben.

Wieder mehr los in deutschen Einkaufsmeilen und Shoppingcentren - Der Einzelhandel wird optimistisch

Der Handelsverband HDE stellte in Düsseldorf seine Umsatzprognose und die Ergebnisse seiner Einzel-handelsumfrage vor. Da sich die gesamtwirtschaftliche Lage entspannt habe, die Arbeitslosigkeit sinke und die Verbraucher durchaus konsumfreudig sind, blicken die Einzelhändler deutlich optimistischer und zufriedener auf das Gesamtjahr. Der HDE erhöhte daher seine Umsatzprognose für das laufende Jahr auf plus nominal 1,5%. Zuvor war der Handelsverband noch von einer Stagnation ausgegangen. „Dies hätten wir uns Anfang des Jahres nicht zugetraut“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, dennoch wird er nicht euphorisch: „Am Ende des Jahres könnte der Einzelhandel also einen guten Teil des Umsatzverlustes aus dem Vorjahr (minus 2%) wieder aufgeholt haben. Dies ist aber nicht viel mehr als eine Rückkehr zur Normalität.“

Neben den angezogenen Geschäftserwartungen hat sich auch die Gewinnlage vieler Einzelhändler nach den eher mageren Jahren 2007 und 2008 verbessert, auch wenn mehr als ein Drittel der befragten Händler im zurückliegenden Halbjahr mit sinkenden Gewinnen hadern musste. Dennoch: Die Erwartungen der Einzelhändler für das zweite Halbjahr „zeugen von einem deutlich spürbaren, wenn auch nicht überschwänglichen Optimismus“. Über 44% der Unternehmen gehen davon, dass sich ihre Geschäftslage verbessern wird. Genth sprach daher von der besten Stimmung seit langer Zeit: „So positiv haben die Unternehmen seit zehn Jahren nicht in die Zukunft geblickt.“ Deutlich besser schätzen insbesondere die Händler von Mode, Lebensmitteln und elektronischen Erzeugnissen ihre Zukunft ein. Auch der Onlinehandel entwickelt sich hervorragend und wird zu einer immer wichtiger werdenden Säule des deutschen Einzelhandels – über 26,1 Mrd. Euro setzen die Deutschen im Internet um. Das sind derzeit nur 6,4% des Gesamteinzel-handelsumsatzes (ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken), aber die Tendenz ist stark steigend.

Genth wies abschließend auch darauf hin, dass es keine weiteren “Konsum-Regulierungen” geben darf, insbesondere nicht beim Ladenschluss. Er fordert: „Statt des Ladenschluss-Flickenteppichs brauchen wir einheitliche Regelungen, die dem Lebensstil und den Erwartungen der Verbraucher gerecht werden“. Dies sei insbesondere für das anstehende Weihnachtsgeschäft wichtig. Überdies fordert er eine Reform der Gewerbesteuer.

Für 2011 sind die Voraussetzungen, laut Genth, nicht schlechter als in 2010. Eine konkretere Prognose ließ er sich aber nicht entlocken.