Die Schweden verweisen die Deutschen auf Platz 2: Nachdem C&A in 2009 führender Händler von Textilien aus Bio-Baumwolle war, übernimmt H&M die Vorreiterrolle in 2010. Insgesamt steigt das Volumen für Bio-Textilien weltweit um 20% auf 5,61 Mrd. Dollar.

H&M Garden Collection

H&M beweist, dass Bio-Baumwolle nicht "öko" im herkömmlichen Sinne aussehen muss

15.000 Tonnen Bio-Baumwolle verwertete der schwedische Modefilialist H&M in 2010 für Textilien. Damit führt er das Ranking der Organisation Textile Exchange, die sich für den Ausbau von biologisch angebauter Baumwolle und nachhaltig verwendeten Textilien einsetzt, an und verweist das deutsche Musterunternehmen C&A, das seinen Hauptsitz in Belgien hat und in 2009 zum Marktführer auf diesem Gebiet war, trotz engagierter Pläne auf Platz 2. Den dritten Platz nimmt Nike ein, danach folgen Inditex (Zara), adidas und nach US-Unternehmen wie Greensource, Anvil, Target und Disney Consumer Products auf Platz 10 auch die Hamburger Otto Group.

Insgesamt stieg das Umsatzvolumen von Bio-Baumwolle – unbeeinträchtigt von wirtschaftlichen Krisen – in 2010 um 20% auf 5,61 Mrd. US-Dollar, und damit stärker als erwartet (5,1 Mrd. US-Dollar). Textile Exchange prognostiziert, dass das Volumen in 2011 erneut um 20% auf 6,2 Mrd. Dollar und in 2012 sogar auf 7,4 Mrd. Dollar ansteigen wird.

H&M hat sich auf jeden Fall vorgenommen, den Anteil nachhaltig produzierter Baumwolle weiter zu steigern, um im Jahr 2020 nur noch Textilien aus nachhaltiger Baumwolle anzubieten, so Henrik Lampa, CSR Manager Product bei H&M. Das Unternehmen nutzt seit 2004 zertifizierte Bio-Baumwolle und ist seit diesem Zeitpunkt auch Mitglied bei der Better Cotton Initiative. Seitdem baut der Konzern den Anteil von nachhaltigen Textilien, rein oder in Mix mit herkömmlich gewonnener Baumwolle, kontinuierlich aus. Besondere Beachtung finden in diesem Zusammenhang spezielle, modische Sonderkollektionen wie die sog. Garden Collection oder Conscious Collection, die bei den Kunden reißenden Absatz fand.

Foto: H&M