Dagegen: Der deutsche Handelsverband spricht sich gegen Steuern oder Abgaben auf Plastiktüten aus. Eine Abgabe auf Plastiktüten löse das Problem der Vermüllung der Weltmeere nicht.

Keine Steuern oder Abgaben auf Plastiktüten – das fordert der HDE

Das bringt nichts: So argumentiert der Handelsverband Deutschland (HDE) gegen die von Umweltorganisationen geforderten Steuern oder Abgaben auf Plastiktüten und lehnt diese auch gänzlich ab. In Deutschland findet bereits das flächendeckende System von Sammlung und Verwertung von Plastikabfällen Anwendung.

„Hier helfen nur die konsequente Durchsetzung des Deponierungsverbots für Plastiktüten und hohe Recyclingquoten“, so HDE-Geschäftsführer Kai Falk. Deutschland setze beides bereits durch. Es sei jedoch richtig, wenn die Europäische Kommission in ihrem Richtlinienentwurf Anreize für die Mitgliedsstaaten setzt, gegen den Plastikmüll aktiv zu werden. Falk: „Steuern und Abgaben sind dafür aber nicht das richtige Instrument.“

Wir Deutschen sind, was den Verbrauch von Plastiktüten pro Kopf und Jahr, angeht sehr sparsam. Nur 71 Stück werden gebraucht, deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Verbraucher ihre Tüten hierzulande im Schnitt vier bis fünfmal nutzen. Der Großteil der im deutschen Handel ausgegebenen Tragetaschen wird aus Recyclingmaterialien hergestellt und ist über das Duale System wiederverwertbar. Eine Abgabe auf Plastiktüten würde die Verbraucher zusätzlich belasten, ohne dass auf der anderen Seite ein entsprechender Nutzen zu erwarten sei. „Die Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten in Deutschland hat möglicherweise sogar negative Effekte“, so Falk weiter. Denn die Lebensmittelabfälle könnten zunehmen, wenn lose und frische Ware wie zum Beispiel Obst nicht mehr in Tüten in individueller Stückzahl gekauft werden können.

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