Die Umweltschutzorganisation hat erstmals Bademode auf per- und polyfluorierte Chemikalien untersucht. Die Badeanzüge und -shorts von Branchengrößen Adidas, Nike und Puma waren belastet. Ein Kinderbadeanzug wies eine besonders hohe Konzentration der giftigen Stoffe auf.

Bademode

Da steckt mehr drin als einem lieb ist: Auch Bademode von Markenherstellern ist mit Chemikalien belastet

Greenpeace testet wieder – und wird fündig. In einer Stichprobe untersuchte die Umweltorganisation Bademode auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC). Drei der fünf Proben von insgesamt vier Markenherstellern waren mit PFC belastet. Getroffen hat es hier die Großen der der Sportartikelbranche – Adidas, Nike und Puma -, Chiemsee war unbelastet. Ein Mädchen-Badeanzug von Adidas enthielt mit fast 8 µg/m2 die höchste PFC-Konzentration. Vier Bekleidungsstücke enthielten obendrein den hormonell wirkenden Schadstoff Alkylphenolethoxlyat. In allen fünf Proben wurden Weichmacher gefunden.

Das Testergebnis zeigt, dass Badekleidung – wie andere moderne Funktionsbekleidung auch – Substanzen enthält, die Umwelt und Gesundheit schaden können. Greenpeace kritisiert, dass es bei Badebekleidung eigentlich nicht notwendig sei, da die durch PFC-verbesserten schmutz- und wasserabweisenden Eigenschaften im Wasser weniger wichtig sind. Allerdings lässt sich aufgrund der fettabweisenden Wirkung der PFC Sonnencreme leichter aus Textilien entfernen, was den Einsatz erklären könnte.

Detox! – nun aber wirklich

Die Umweltschutzorganisation fordert eine Kennzeichnungspflicht für per- und polyfluorierte Chemikalien in Kleidung. Oberstes Ziel ist es allerdings, PFC aus der Textil-Herstellung zu verbannen und durch ungefährlichere Alternativen zu ersetzen. Adidas, Nike und Puma hatten sich bereits verpflichtet, auf alle gefährlichen Chemikalien bei der Produktion ihrer Kleidungsstücke zu verzichten – je eher desto besser, denn einmal in die Umwelt freigesetzt lassen sich die Stoffe nicht mehr abbauen. Der Druck auf die Hersteller muss allerdings zunehmen: Im Gegensatz zu anderen Marken haben die Sportartikelhersteller sich bisher kein kurzfristiges Ausstiegsdatum für per- und polyfluorierten Chemikalien gesetzt, kritisiert Greenpeace weiter.

Mehr Details zum Test gibt es hier.

Foto: via flickr / Pix from the Field