Greenpeace greift Zara an
Zeit für eine Entgiftungskur: Die Umweltorganisation kritisiert den Fast-Fashion-Giganten und will ihn mit Aktionen zwingen, auf Risiko-Chemikalien zu verzichten und auf umweltfreundliche Alternativen umzuschwenken.
Bösewicht Zara: Fast-Fashion ist zwar nur kurz im Kleiderschrank, aber belastet lange die Umwelt
Den Umweltaktivisten von Greenpeace ist die Modekette Zara ein Dorn im Auge. Vor der Hamburger Filiale entrollten sie in der letzten Woche ein riesiges Transparent, das eine Frau und ein Kind, gekleidet in Zara-Kleidung und in giftigem Abwasser stehend, zeigt. „Kennen Sie Zaras schmutziges Geheimnis?“ lautet die Frage. Detox now!, heißt die Greenpeace-Forderung. Sie wird auch anders laut, durch besprühte Schaufenster in 23 Städten oder Nachfragen auf der Facebook-Seite des Unternehmens.
Damit weisen die Umweltschützer auf die groß angelegte Testaktion „Giftige Garne“ hin, in der sie insgesamt 141 Kleidungsstücke von 20 führenden Modemarken auf hormonell wirksame und krebserregende Chemikalien testen ließen. Und offenbar ist Zara ein ganz großer Bösewicht unter den Testkandidaten. Zehn Kleidungsstücke der Kette wurden untersucht: in einer Kinderjacke, einer Kinderhose, einem Kindermantel und einem Cocktailkleid wurde Nonylphenolethoxylaten (NPE) gefunden, das sich in giftiges Nonylphenolen umwandeln kann. Zudem wurde in einer Kinderjeans krebserregende Azorfarbstoffe gefunden.
Mit der Massen-Produktion in Zuliefererländern wie China, Pakistan und Bangladesch vergiftet Zara indirekt die Gewässer in den Herstellungsländern, so der Vorwurf der Aktivisten. Durch die Haushaltswäsche werden Chemikalien aus Importtextilien auch in deutschen Flüssen freigesetzt. Mit der Kampagne „Detox“ fordert Greenpeace Textilhersteller auf, auf Risiko-Chemikalien zu verzichten und sie durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Einige Marktführer wie Puma, Adidas, Nike, H&M, C&A und Marks & Spencers haben bereits eine zeitnahe giftfreie Produktion angekündigt.
Hinweis: Greenpeace stellt klar, dass das Tragen der Zara-Kleidung hat keine unmittelbar gesundheitsschädliche Wirkung hat.
Foto: © Dörthe Hangenguth/Greenpeace





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