Adidas und Nike sind „Greenwasher“
Gar nicht mal so sauber: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält die beiden Sportartikelriesen für zu langsam, was ihr Engagement in Richtung schadstoff-freier Produktion angeht. Die Unternehmen verteidigen sich.
Sportmarke am Pranger: die Herzogenauracher von Adidas
Die Schlagzeilen um belastete Kleidung nehmen nicht ab: Nachdem Greenpeace in einer Untersuchung unlängst PFC in der Bademode von Nike, Puma und Adidas entdeckt hatte, wird nun deren Produktionsprozess angeprangert. Auf der neuen Online-Plattform Detox-Catwalk, auf der die Umweltschutzorganisation die Anstrengungen von 24 Unternehmen in Richtung der Entgiftung ihrer Produktionsprozesse untersucht, werden jene in die Kategorien „Trendsetter“, „Greenwasher“ und „Schlusslichter“ eingeteilt. Nike und Adidas sowie der chinesische Sportkonzern Li Ning werden dort als „Greenwasher“ eingestuft, da sie, nachdem sie sich vor zwei Jahren dazu verpflichtet hatten, zu wenig zur Schadstoffbeseitigung in ihrem Produktionsprozess tun. Laut der Umweltorganisation erwarte man individuelle Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen. Diese blieben die Unternehmen schuldig.
Adidas verteidigt sich mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Roadmap zur Unterbindung der Freisetzung gefährlicher Chemikalien in die Umwelt durch die Initiative Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC), die zusammen mit Nike und weiteren Unternehmen der Branche gegründet worden sei. Adidas erfülle demnach alle Verpflichtungen, die Greenpeace gegenüber eingegangen wurden, so das Unternehmen. So werde bereits ab 2015 auf langkettige PFCs verzichtet. Auch Nike bezieht sich auf die Zugehörigkeit zur ZDHC und pocht auf Fortschritte, die das Unternehmen in Richtung schadstofffreier Herstellung bereits erzielt habe.
Die auf Detox-Catwalk initiierte Kampagne fordert den gänzlichen Verzicht auf schädliche Chemikalien in der Produktion bis 2020. 14 der Unternehmen rangieren bereits als „Trendsetter“ und glänzen durch Transparenz und konkrete Schritte zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen. Darunter findet sich neben Benetton, C&A, H&M, Esprit und Inditex auch der Sportkonkurrent Puma. Unter die „Schlusslichter“ fallen Gap, PVH (mit Calvin Klein und Tommy Hilfiger), Diesel und Giorgio Armani, da diese eine Hinwendung zu einer entgifteten Lieferkette immer noch ablehnen.
Foto: Greenpeace Deutschland







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