Gerry Weber glaubt weiter an Russland
Gekommen, um zu bleiben: Entgegen russischen Presseberichten will der Modekonzern aus Halle/Westfalen weiter in Russland Geschäfte machen. Die Region gilt trotz der politischen Krise nach wie vor als wichtiger Exportmarkt.
Gerry Webers Strategie steht: Russland bleibt, bonitätsschwache Partner nicht
Russland ist aufgrund des anhaltenden Ukraine-Konflikts, den daraus folgenden Sanktionen und Gegensanktionen, der laufenden Inflation und steigender Mietkosten aktuell nicht gerade der einfachste Markt für westliche Modehersteller. Aber sich aus dem Wachstumsmarkt zurückzuziehen, ist keine Option. So sieht das auch die Gerry Weber International AG und stellte klar, dass Russland entgegen eines anders lautenden Berichts in der russischen Zeitung „Iswestija“ nicht vorhat, sein Russlandgeschäft aufzugeben. Es wurden kein bestehender Franchisevertrag gekündigt oder aufgehoben, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Man wolle – im Gegenteil – die Markenpräsenz in Russland weiter ausbauen. „Wir hoffen, dass sich die angespannte politische und wirtschaftliche Lage in Russland schnellstmöglich wieder normalisiert und wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort den eingeschlagenen Wachstumsweg in Russland weiter vorangehen”, so Retail-Vorstand Ralf Weber.
Dabei räumt Gerry Weber allerdings ein, dass man weiter an der länderübergreifenden Firmenpolitik festhält, bewusst auf Umsatz mit bonitätsschwachen Kunden, die keine Kreditversicherung vorweisen bzw. Vorauskasse leisten können, zu verzichten. Das Bonitätsmanko besteht dabei momentan nicht nur in den GUS-Staaten, sondern auch in einigen südeuropäischen Märkten. Dass Gerry Weber die „Profitabilität vor Wachstum“-Strategie fährt, sah man im 3. Quartal: Da sank der Umsatz auch wegen der selektiven Partnerauswahl um knapp 1% auf 187 Mio. Euro.
Gerry Weber ist in Russland mit mehreren Dutzend von Franchisenehmern geführten Houses of Gerry Weber und diversen Shop-in-Shops in knapp 60 Städten vertreten. Weltweit ist der Konzern laut eigenen Angaben mit rund 700 Multi- und Monobrandstores sowie 2.800 Shopflächen in mehr als 60 Ländern vertreten.









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