Auftragseinbrüche, Billigkonkurrenz und der starke Franke machen es dem Schweizer Familienunternehmen schwer. Daher soll die Produktion nun nach Deutschland und Thailand verlagert werden. Der Weggang aus der Heimat fällt nicht leicht.

Die Eschler Gruppe muss ihre Produktion in der Schweiz aufgeben

Das Schweizer Textil-Traditionsunternehmen Christian Eschler AG wird in Folge einer umfassenden Restrukturierung die Produktionsstandorte am Hauptsitz Bühler und in Münchwillen aufgeben. Die Produktion soll zukünftig auf die Tochtergesellschaften in Deutschland (Ballingen) und Thailand verlagert werden. Bis Mitte 2012 werden sukzessive rund 75 Stellen in der Schweiz gestrichen. Gleichzeitig prüft das Unternehmen, ob man sich in Zukunft nur noch auf die Produktion von Nischenprodukten in den Sparten Sport, Arbeitsbekleidung, Technische Textilien und Lingerie konzentrieren wird. „Um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erlangen, sind wir gezwungen, die Produktionsstandorte weiter zu optimieren und eine noch stärkere Fokussierung auf hoch innovative Produkte sicherzustellen“, begründet Peter Eschler, Mitinhaber und Geschäftsleiter der Eschler-Gruppe den Schritt, der ihm offenbar nicht leicht fällt. Der Hauptsitz des Traditionsunternehmens soll allerdings weiter in Bühler bleiben. Dort soll auch ein Technologie- und Innovationszentrum mit rund 15 Arbeitsplätzen etabliert werden.

Als Grund für die Restrukturierungsmaßnahmen nennt das Unternehmen die massiv verschlechterte Wirtschaftslage und den zunehmenden Preisdruck durch die Konkurrenz von Billigprodukten aus Fernost, die sich den Zerfall der Margen beschleunigt habe. Seit über fünf Jahren musste die Gruppe Umsatzeinbußen hinnehmen, 2009 wurden sogar Verluste geschrieben. Erschwerend zur bereits spürbaren Konjunkturabschwächung wirkt sich die aktuelle Stärke des Schweizer Frankens ungünstig auf das Geschäft und den Export, der immerhin 80% ausmacht, aus. Eine Alternative sieht Eschler allerdings nicht: „Wenn wir den Erfolg des Unternehmens weiterhin sichern wollen, müssen wir jetzt handeln.”

Foto: Eschler Gruppe