Ehrgeizige Pläne in Fernost: Das Münchner Schickeria-Modeunternehmen will gut zwei Jahre nach der Insolvenz seinen Platz in der Topriege der exklusiven Fashionmarken zurückerkämpfen. China soll dabei nach den USA eine wichtige Rolle spielen.

Escada Boutique

Escada: auch in Deutschland wieder stärker nachgefragt, der Markt der Zukunft liegt aber in Chinas Boutiquen

Die Wiederbelebung der Marke Escada läuft auf vollen Touren. Das liegt nach Auskunft von Escada-Chef Bruno Sälzer vor allem auch daran, dass die Marke ihr Profil geschärft hat und wieder zu dem eigenen Stil zurückgefunden hat. Damit, der Verkleinerung der Kollektion und der Schaffung einer höheren Auflage hat das Unternehmen nach der Insolvenz 2009 seine dringendsten Hausaufgaben gemacht. Nun liegt der Fokus auf weltweitem Wachstum und der Rückkehr zu schwarzen Zahlen.

Vorgabe für 2012: 500 Mio. Euro

Nach Sälzers Auskunft wird Escada in diesem Jahr einstellig wachsen und 2011 sollen mehr als 500 Mio. Euro erlöst werden. Das erste Halbjahr 2011 lief für Escada bisher recht zufriedenstellend: „Wir liegen im Plan oder darüber“, so Sälzer über die ersten sechs Monate.

Wachstumsmarkt China

Wichtige Kernmärkte sind nach wie vor die USA, Japan und Spanien – jedoch kämpfen diese Länder gerade mit unsicheren Marktsituationen. Wichtigster Wachstumstreiber sind daher Märkte wie China und Russland, in denen ausgefallene Luxus-Fashion stark nachgefragt wird: „Wir haben dort [in China] bereits 50 Geschäfte in 25 Städten. Dieses Jahr werden wir um mehr als 30% wachsen. Spätestens 2013 sollen es in China 100 Geschäfte sein, etwa 50 eigene und 50 Franchise-Läden. Damit wird China nach den USA der zweitwichtigste Markt für uns“, so Sälzer in einem Interview mit dem Tagesspiegel (Montagsausgabe). Aber auch im Heimatmarkt Deutschland tut sich was – zwar werden hier nur rund 10% des Gesamtumsatzes erlöst, jedoch kommt die neue Escada-Mode „auch in Deutschland besser an“, so dass Escada nach längerer Zeit auch hier wieder wachsen konnte.