Halb so wild? Die EU hat eine Verordnung für die Textilkennzeichnung verabschiedet, die in die nationalen Regelungen ersetzen wird. Eine verpflichtende „Made in“ Kennzeichnung ist darin nicht vorgesehen, jedoch der Hinweis auf Produktbestandteile tierischen Ursprungs.

Made in Kennzeichnung

Demokratische Entscheidung: Die "Made in" Kennzeichnung bleibt freiwillig

Das EU-Parlament hat am 11. Mai eine neue Verordnung zur Etikettierung von textilen Erzeugnissen beschlossen. Die neue Verordnung, die unmittelbar in den Mitgliedsländern gilt, wird voraussichtlich ab dem Spätsommer die bis dato geltende Richtlinie, die durch nationale Gesetze in den 27 EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt wurde, ersetzen. Für Textilprodukte, die bereits im Handel sind, gilt ab Inkrafttreten eine zweijährige Übergangsfrist; neue Textilprodukte dürfen nur noch ein halbes Jahr lang mit der alten Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden.

Keine Herkunftsangabe, dafür der Hinweis auf tierische Produktbestandteile

In der neuen Verordnung wurde aufgrund des heftigen Widerstands der Mitgliedsländer von einer verpflichtenden „Made in“ Kennzeichnung abgesehen – sehr zur Freude der Textilverbände textil+mode (t+m) und der Gesamtmasche, die sich wie auch andere europäische Textilverbände gegen eine verpflichtende Herkunftsangabe für Waren, die außerhalb der EU hergestellt wurden, ausgesprochen hatten. Damit habe man den „Protektionismus auf EU-Ebene und eine Täuschung der Verbraucher“ verhindert, kommentierte t+m Hauptgeschäftsführer Dr. Wolf-Rüdiger Baumann. Ob zukünftig „Made in …“ auf dem Label steht, bleibt zunächst wie bisher freiwillig. Die EU erstellt aber eine Studie, in der bis zum Herbst 2013 geprüft werden soll, ob so eine Kennzeichnung sinnvoll wäre.

Die bisherigen Vorschriften zur Faserkennzeichnung wurden in der neuen Verordnung weitestgehend übernommen. Von verpflichtenden Pflege- und Größenkennzeichnungen sowie Hinweisen auf allergene Substanzen wurde in der Verordnung abgesehen. Neu ist aber die Vorgabe, auf dem Etikett auf Produktbestandteile tierischen Ursprungs, also Leder oder Pelz, hinzuweisen.

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