Der Frankfurter Versandhändler verabschiedet sich vom klassischen Kataloggeschäft und setzt weiter auf die „eCommerzialisierung“. Nachdem das Unternehmen 2010 besser als erwartet gewachsen war, bleibt der Umsatz in 2011 hinter den Erwartungen zurück.

Neckermann Katalog

Bald ein Relikt aus vergangenen Tagen: Im Kampf um Kunden und Umsatz schlägt der Onlineverkauf das Kataloggeschäft um Längen

Das Traditionsunternehmen Neckermann verabschiedet sich scheibchen- bzw. besser seitenweise von seinem traditionellen Geschäft, dem Versand über Katalog. Der nächste Katalog wird mit rund 400 Seiten deutlich dünner ausfallen als die bisherigen 700-seitigen Wälzer. Damit verfolgt die Neckermann.de GmbH weiter den eingeschlagenen Kurs und setzt auf den Handel via Internet. Immerhin steigt der im Netz generierte Umsatz von 70% auf rund 80%. Das Kataloggeschäft verlor im Gegenzug weiter an Bedeutung.

Laut einem Bericht der Rhein-Main-Zeitung (F.A.Z.) wuchsen die Erlöse in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr in 2011 leicht. 2010 hatte der Versender rund 840 Mio. Euro im Inland umgesetzt. Insgesamt sollen die Umsätze nach vorläufigen Zahlen leicht unter dem Vorjahreswert von 1,3 Mrd. Euro gelegen haben. Grund für den Rückgang sei u.a. der Rückzug aus osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, Kroatien und der Tschechischen Republik. Beim Gewinn zeigte sich Konzernchef Henning Koopmann nicht zufrieden, denn aufgrund des Umsatzrückgangs liegt auch das Ergebnis unter dem Vorjahr, in dem Neckermann eine „schwarzen Null“ vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen geschrieben hatte. Für das aktuelle Jahr rechnet Koopmann mit stagnierenden Umsätzen. Da man aber das Kataloggeschäft zurückfahre und von den Investitionen in das Onlinegeschäft profitieren könne, soll das Ergebnis deutlich besser ausfallen. Ziel sei es weiterhin, in 2012 einen Überschuss zu erzielen.

Foto: Neckermann.de GmbH