Charles Vögele: Schwieriger Vorwärtsgang beim Turnaround
Der Schweizer Modefilialist schlägt sich im anspruchsvollen Marktumfeld wacker. Trotz sinkender Umsätze reduziert sich der Verlust. Die aktuelle Euro-Schwäche macht es den Pfäffikonern allerdings nicht leicht, sich weiter aufzurappeln.
Das neue moderne Filialkonzept soll jetzt in der Schweiz und anderen Märkten ausgerollt werden
2×2: Charles Vögele setzt auf mehr Konzentration bei der Kollektionsausrichtung
Die Charles Vögele Gruppe arbeitet mit kleinen Erfolgen auf den Turnaround hin. Insgesamt verbuchte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 1,076 Mrd. CHF (1,01 Mrd. Euro) und damit 4,5% weniger als im Vorjahr. Währungs- und flächenbereinigt belief sich der Rückgang auf 1,1%. Laut Mitteilung verlief das erste Halbjahr gut, während der warme Herbst und der späte Winteranfang zu rückläufigen Erlösen führten. Trotz der ungünstigen Witterungsbedingungen und dem hohen Wettbewerbsdruck gelang es Charles Vögele in Deutschland und der CEE-Region (Österreich, Ungarn) besser abzuschneiden als der Markt, was wohl auch an der geschärften Kollektionsausrichtung und der verbesserten Sortimentsausrichtung lag. Diese Kernthemen des seit drei Jahren laufenden Turnaround-Prozesses sollen auch im laufenden Jahr weiter forciert werden. Bei den Kollektionen will sich Charles Vögele auf zwei Stilrichtungen – modern und classic – konzentrieren, die wiederum mit je zwei Ausprägungen – casual und formell – angeboten werden sollen. Dadurch sollen sich Kunden besser zurechtfinden. Im Rahmen der neuen Filial-Formatstrategie mit stärkeren Sortimentsmodulen und mehr Outfit-Kompetenz soll jetzt der Roll-out anlaufen. Bis Ende 2015 sollen alle Filialen in der Schweiz dem neuen Layout angepasst werden. Auch in den anderen Märkten soll der Umbau beginnen.
Bei den Ergebniszahlen konnte Charles Vögele in 2014 wie prognostiziert bereits einige positive Verbesserungen ausmachen. Die Bruttogewinnmarge (67%) konnte einige Prozentpunkte gutmachen. Das Betriebsergebnis (EBITDA) kletterte von 30 Mio. auf 41 Mio. CHF. Das EBIT erreichte mit 2 Mio. CHF die schwarze Zone (Vorjahr: -20 Mio. CHF), während sich der Konzernverlust von -30 Mio. auf -11 Mio. CHF deutlich verringerte. Das Ziel „2014 – Back to profit“ blieb allerdings verfehlt.
Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen nicht mit deutlichen Verbesserungen. Problematisch ist die Entkoppelung des Schweizer Franken vom Euro. Das hat die Umsätze und Margen im ersten Quartal – trotz weiterer Einsparbemühungen – bereits massiv belastet. Insofern rechnet Vögele nur noch mit einem positiven EBITDA, und lässt die Entwicklung von Umsatz und EBIT unkommentiert.







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