Der Mainhausener Sporthandelsverbund litt im ersten Halbjahr stark unter dem Wetter und verbucht im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzminus von über drei Prozent. Outdoor bleibt nach wie vor ein wichtiges Umsatzfeld, allerdings muss sich die Industrie um mehr Innovation bemühen.

Dem Sporthandelsverbund Sport 2000 machte das Wetter im ersten Halbjahr einen Strich durch die Rechnung

Der Sporthandelsverbund Sport 2000 kann nach einer guten Vorlage nicht an das Vorjahr anknüpfen und verliert im Vergleich zum Vorjahr 3,1%. Als Grund dafür nannte das Unternehmen, die starken „Wetter- und Umsatzsprünge“ in den ersten sechs Monaten. Das Jahr startete verhalten und verlief im ersten Quartal unbefriedigend. Erst im April und Mai konnte sich die aufgelaufene Umsatzstatistik leicht verbessern.

Gut lief der Bereich Running, der um 5,2% zulegen konnte. Bei den Sortimentsbereichen Bade/Beach gab es einen Rückgang von 8,9% und bei Teamsport von 3,9%. Das Outdoor-Segment stagnierte auf hohem Niveau und hat einen Umsatzanteil von 22,7%. Während Jacken wegen des unbeständigen Wetters gut abverkauft wurden und der Kategorie Textil so ein Plus von 4% bescherte, wiesen die Warengruppe Schuhe und Hartwaren ein Minus von 1,5% bzw. 3,5%. Allerdings lässt sich feststellen, dass der Trend stärker zu performance-orientierten, statt modischen Styles geht, resümiert Hans Allmendinger, Bereichsleiter Marketing Sport 2000. Bei den authentischen Zielgruppen gibt es entgegen anderer Branchenstimmen noch Wachstumspotential. Wenn die Outdoor-Branche wachsen will, sieht die Sport 2000-Gruppe in diesen Bereich allerdings starken Handlungsbedarf  seitens der Lieferanten: „Leider fehlt es der Industrie noch immer an echten Innovationen. Die Produktentwicklung müsste zudem vielmehr auf die Bedürfnisse der Konsumenten ausgerichtet sein“, so Geschäftsführer Andreas Rudolf und bestätigt damit auch das, was Branchenprimus Jack Wolfskin kürzlich selbstkritisch auch eingeräumt hat. Potential gibt es vor allem im Bereich Gesundheitssport, über den verschiedene Zielgruppen (Senioren, Frauen, Kinder) angesprochen werden können. Gleichzeitig wünscht sich Rudolf, dass die Industrie sich stärker im elektronischen Datenaustausch bezüglich standardisierter Informationen über Produktbeschreibungen, Bilder und Größen involviert und ihre Produkte online selbst besser inszeniert.

Selbst ist Sport 2000 darauf ausgerichtet, ihre knapp 800 angeschlossenen Fachhändler dabei zu unterstützen, das Internet al Informations-, Werbe- und Absatzkanal zu nutzen, um so das stationäre Geschäft zu stärken. Der Trend geht dahin, dass die „Wachstumskurve im Onlinehandel in einzelnen Segmenten“ merklich abnehme und sich zunehmend mehr Lieferanten aus dem Outdoor-Bereich stärker auf den stationären Fachhandel besinnen, weil online bestimmte Beratungs- und Serviceleistungen nicht erbracht werden können.

Rudolf zog gleichzeitig eine Halbzeit-Bilanz für das noch junge Kooperationsprojekt „Freetail“, bei dem Händler und Zentrale verbindlicher in Bereichen wie Visual Merchandising oder Marketing zusammenarbeiten. In der zweiten Jahreshälfte will man die erfolgreiche sechsmonatige Umsetzungsphase anschließen, etwa durch ein Outlet in Nürnberg, bei dem Händler ihre Frühjahr- und Sommerware platzieren können. Parallel soll „Freetail“ auch auf Seiten der Lieferanten umgesetzt werden.

Die Sport 2000 Gruppe setzte im Jahr 2012 rund 1,55 Mrd. Euro um und arbeitet mit 800 unabhängigen Fachhändlern zusammen. Damit zählt der zur ANWR Group gehörende Verbund zählt zu den erfolgreichsten Einkaufs- und Marketing-Kooperationen im europäischen Sportfachhandel.

Foto: Sport 2000