Die beiden Sporthandelsverbände können auch ohne große Sportereignisse eine solide Halbjahresbilanz aufweisen. Intersport wächst in Deutschland um 3 Prozent und in Österreich sogar 12 Prozent. Sport 2000 verbucht ein Plus von 4,5 Prozent.

Bei Intersport entwickeln sich die Geschäfte auch ohne Großereignisse gut

Bei Intersport entwickeln sich die Geschäfte auch ohne Großereignisse gut

Trendsport Longboard: Der Bereich sorgt für gute Zuwächse

Trendsport Longboard: Der Bereich sorgt für gute Zuwächse

Der späte Start in den Sommer hat den Sporthändlern in die Hände gespielt. Dank des relativ langen Wintergeschäfts verbesserten sich Umsätze von Intersport-Verbund Deutschland um 3%. „Die ersten drei Monate verzeichneten durchweg zweistellige Zuwachsraten im Wintersport-Segment. Dadurch hatten wir eine optimale Vorlage, um den fehlenden Sondereffekt der Fußball-WM im Teamsport-Bereich zu kompensieren“, sagte Kim Roether auf der OutDoor-Messe in Friedrichshafen. Gute Zuwächse gab es neben dem Segment Wintersport (+25%) auch für den volumenstarken Outdoor-Bereich (+5%) und der vom Longboard getriebene Bereich Bike/Funwheel (+18%).

In Österreich wies Intersport mit einem Plus von 12% sogar ein noch deutlicheres Plus aus. Neben Wintersport waren hier ebenfalls Outdoor-Themen (+16%), Textilien (+18%), Laufsport (+27%) und Radsport (+10%) die Umsatztreiber. „Wir werden im österreichischen Markt die noch vorhandenen weißen Flecken auf der Landkarte besetzen: Aktuell laufen zehn bis fünfzehn Expansionsprojekte“, erklärte Mathias Boenke, Geschäftsführer Intersport Austria. Die osteuropäischen Länder im Verbund entwickelten sich ebenfalls solide: Tschechien +10%, Ungarn +5% und die Slowakei +6%.

Der Intersport-Verbund Deutschland und Österreich setzte einschließlich der Lizenzen für die osteuropäischen Märkte mit rund 1.800 Geschäften zuletzt knapp 3,4 Mrd. Euro um.

SPORT 2000 ebenfalls im Plus

Auch der Wettbewerber Sport 2000 aus Mainhausen (900 Fachhändler mit 1.200 Geschäften; Umsatz: 1,67 Mrd. Euro) konnte eine sehr erfreuliche Halbjahresbilanz ziehen. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,5%, was aber auch an der Gewinnung von 108 neuen Mitgliedsunternehmen zuzuschreiben ist. Auch hier entwickelten die Themen „Fitness“ und „Funwheels“ eine gute Dynamik. Der Outdoor-Bereich lag mit 4,6% im Plus, auch bei Schuhen und Hardware konnte ein Wachstum verzeichnet werden. Textilien liefen durchwachsen: Die Nachfrage nach Softshell-Jacken sank, während Regenbekleidung und Jacken/Fleece gefragter waren. Sport 2000 sieht sich mit der zunehmenden Spezialisierung auf einzelne Erlebnisbereiche wie Outdoor, Running oder Teamsport gut aufgestellt: „Mit unseren passgenauen Angeboten scheinen wir den aktuellen Markt gut zu bedienen und ein begehrlicher Partner zu sein“ sagt der dafür zuständige Geschäftsführer Hans-Hermann Deters.

Outdoor: Bei den Lieferanten erfolgte eine Verschiebung von den Generalisten zu den Spezialisten

Outdoor: Bei den Lieferanten erfolgte eine Verschiebung von den Generalisten zu den Spezialisten

Outdoorlieferanten: Die Krux der Größe

Einen interessanten Einblick auf die Lieferantenentwicklung gab Sport 2000-Geschäftsführer Andreas Rudolf: Er erklärte, dass große, etablierte Marken mit stagnierenden oder fallenden Abverkäufen zu kämpfen haben, während kleinere, spezialisierte mit innovativen Produkten und neuen Ansätzen ihre Nischen ausbauen: „Die aktuelle Dynamik im Markt ist erstaunlich. Lieferanten, die lange Zeit als gesetzt galten, wurden inzwischen von Neuen überholt“, so Rudolf. Er sagt voraus, dass sich der Markt weiterhin verändern wird und es immer stärker in Richtung spezialisierter Angebote für die individuellen Bedürfnisse geht.

Auch in Hinblick auf den adidas-Skonto-Konflikt war Rudolf deutlich: Der Marktführer aus Herzogenaurach will dem Handel nur einen Skonto von 1% gewähren und rückte auch auf Drängen der Händler nicht von seiner Entscheidung ab. Sport 2000 wird nun allerdings unter bestimmten Voraussetzungen ein sog. Kooperationsbonus von rund 2,5% gewährt, was dem durchschnittlichen Skontosatz der Sport 2000-Partner entspricht. Rudolf erklärte, dass adidas mit der Skontoreduzierung eine „ungute Vorreiter-Rolle eingenommen“ habe, die zu ungünstigen Kollateralschäden für mittelständischen Handel führen könnte. Fazit ist: „Ziel muss es sein, den zunehmenden Konzentrationen im Handel entgegen zu wirken und unsere Unabhängigkeit von globalen Marken zu erreichen“, ergänzte der Verbandsmananger.

Fotos: Intersport