Bangladesch bekommt strengeres Arbeitsrecht
Nach dem verheerenden Fabrikeinsturz im südasiatischen Staat hat sich Dhakas Regierung auf Drängen der EU dazu entschlossen, die Arbeitsbedingungen in ihrem Land zu verbessern. Künftig soll das Arbeitsrecht die Bedingungen für Arbeiter in Fabriken verbessern.
Das Parlament in Dhaka verabschiedete kürzlich ein schärferes Arbeitsrecht, das zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im südasiatischen Bangladesch führen soll. „Volles Arbeitsnehmerrecht“ für Millionen Arbeiter sollen die neuen Gesetze garantieren. Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Arbeitsfragen, Israful Alam, sagte, dass die Gesetze auch Gültigkeit in den Fabriken, die Kleider für westliche Konzerne nähten, haben werden.
Künftig dürften sich die Arbeiter ohne Zustimmung des Fabrikbesitzers gewerkschaftlich organisieren. Zudem muss für jeden Arbeiter künftig eine Versicherung abgeschlossen werden. Fabrikbetreiber müssen außerdem vor jedem Um- oder Ausbau die Zustimmung von Regierungsinspektoren einholen. Im April dieses Jahres waren beim schlimmsten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs mehr als 1.100 Menschen ums Leben gekommen als eine Textilfabrik einstürzte. Das Gebäude war nachträglich und unter Missachtung bautechnischer Grundsätze aufgestockt worden. In dem Gebäude hatten auch zahlreiche internationale Konzerne Kleidung fertigen lassen. Notausgänge dürfen nach dem neuen Gesetz nicht mehr abgeschlossen sein. Bei Fabrikbränden waren verriegelte Notausgänge unzähligen Arbeitern zum Verhängnis geworden, weil sie nicht vor den Flammen fliehen konnten.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte in Berlin, dass das Parlament in Dhaka die Arbeitsbedingungen nur auf europäischen Druck hin verbessert habe. Dies könne aber nur ein allererster Schritt sein. „Der nächste Schritt muss eine deutliche Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes sein.“, forderte Künast.
Nach China ist Bangladesch der weltweit zweitgrößte Produzent von Textilien. 80% seiner Exporte im Wert von umgerechnet rund 19 Mrd. Euro im Jahr entfallen auf Kleidung und Schuhe. Die Beschäftigten bekommen zum Teil einen Monatslohn von umgerechnet 29€. Doch die Arbeiter können vermutlich noch lange auf eine Erhöhung ihres Lohnes hoffen. Fabrikbesitzer haben erklärt, sie könnten keine höheren Löhne zahlen, weil sich westliche Einzelhandelskonzerne an niedrige Textilpreise gewöhnt hätten.
Foto: via Flickr / Solidarity Center








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