Überflüssig, bürokratisch und unangemessen: So kritisiert die Präsidentin des Gesamtverbandes das geplante Entgeltgleichheitsgesetz. Sie verweist drauf, dass das Vorhaben in die Tarifautonomie eingreift.

Textil+Mode hält das geplante Entgeltgleichheitsgesetz für einen unangemessenen Eingriff in die Tarifautonomie

Textil+Mode hält das geplante Entgeltgleichheitsgesetz für einen unangemessenen Eingriff in die Tarifautonomie

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie (t+m) wendet sich mit scharfen Worten gegen das geplante Entgeltgleichheitsgesetz: Es sei „völlig überflüssig und geht an der Sache vorbei“.

Sie verweist in Anlehnung einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) darauf, dass die Erwerbsunterschiede zwischen Männer und Frauen nicht Folge einer Vergütungsdiskriminierung sind, sondern vor allem aus unterschiedlicher Berufswahl sowie gebrochenen Erwerbsbiografien mit Erziehungs- und Pflegezeiten resultieren. Vor allem aber sieht Neumann in dem Vorhaben einen unangemessenen Eingriff in die Tarifautonomie: „Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften verhandeln Tarifverträge in eigener Verantwortung. Sie enthalten selbstverständlich keine diskriminierenden Regelungen. Die Tarifpartner kommen ihrer Verantwortung seit Jahrzehnten umfassend nach, ohne dafür ministerielle Nachhilfe zu benötigen.“ Darüber hinaus, würde das Gesetz erneut bürokratische Hürden aufbauen, da jedes Unternehmen „ohne Anlass regelmäßig ausführlich dokumentieren (müsste), dass es Frauen auch bei der Lohnhöhe nicht diskriminiert“. Dieser vorzeitige Generalverdacht, dem jedes Unternehmen ausgesetzt wäre, ist unakzeptabel.