Andrea Frahm ist eine Frau, die weiß, was sie will und verfolgt ihre Ideen mit Kreativität, Engagement und Humor. Nach einer Goldschmiede-Ausbildung gründet die geborene Lüneburgerin 1990 in München ihr eigenes Atelier. Ihre Kreationen sind inspiriert von der Welt unter Wasser, und wer ihre Schmuckstücke betrachtet, taucht sprichwörtlich in eine andere Welt hinab. Vor 13 Jahren entwickelte sie die Münchener Ausstellung SCHMUCKSTÜCKE und gab 2008 edlen Schmuckkreationen mit der IsarGold auch eine eigene Fachmesse.

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2006 rief Andrea Frahm die in fashion munich – Tradeshow for Fashion and Accessoires – ins Leben, die seit dem zweimal jährlich auf der Praterinsel im Herzen Münchens stattfindet. Die Idee: Außergewöhnliche Mode an einem außergewöhnlichem Ort mit einem besonderen Service zu präsentieren. Das Fachpublikum wird hier auf der Suche nach individuellen Labels abseits des Mainstreams fündig. Mittlerweile sind gut rund hundert Labels mit von der Partie, die ihre Kollektionen aus den Bereichen Damen-, Herren- und Kindermode und Accessoires in München präsentieren. Der internationale Anteil ist sehr hoch. Im Februar 2011 fand erstmals das Forum Green Glamour im Rahmen der in fashion munich statt, auf dem sich nicht nur nachhaltige Labels präsentierten, sondern Besucher auch über Themen wie Zertifizierungen informiert wurden.

In diesem Sommer findet das Konzept unter dem Namen in fashion berlin während der Berliner Modewoche auch an die Spree. Auch hier erwartet das Fachpublikum eine Reihe von spannenden nationalen und internationalen Labels in der Industriekulisse des Radialsystem V. Im Januar 2012 soll der Accessoires-Bereich mit dem Echtschmuckbereich MADE IN GERMANY erweitert werden.

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Andrea Frahm gründete 2006 die in fashion munich

1. Was hat Sie damals dazu bewegt, die in fashion munich 2006 zu initiieren?

Die Lust Dinge anders zu machen – manchmal besser – auf alle Fälle anders!  Eine Hotelausstellung während der Münchener Modewoche – das, was noch davon übrig geblieben war – war der eigentliche Anlass. Die jahrelange Erfahrung im Ausstellungsbereich SCHMUCK – habe ja auch eine Schmuckkollektion unter meinem Namen – sowie die daraus resultierenden, eigenen Messeerlebnisse waren ein zusätzlicher Motor.

2. So etwas wie eine eigene Modemesse auf die Beine zu stellen, ist ein Schritt, der bestimmt viel Mut und noch mehr Einsatz erfordert. Hätten Sie rückblickend damals gern etwas anders gemacht?
Die größte Schwierigkeit bei neuen Projekten ist immer das Neue. Es gehört viel Überzeugungskraft dazu. Die Euphorie im Anfang ist gut und wichtig und verleiht manchmal Flügel. Hätte ich etwas anders gemacht? Nun, da es gut und immer besser läuft, eigentlich nicht. Die Realität der Weltwirtschaftskrise, die wir alle in den letzten drei Jahren erleben durften, war beim Start der in fashion munich noch nicht absehbar.

3. Sehen Sie München immer noch als wichtigen Modestandort, oder laufen Düsseldorf und Berlin der bayrischen (Mode)-Metropole den Rang ab?
München ist und bleibt ein wichtiger Standort im Modebusiness – weil es eben hier genau um das geht: Business. Hier werden die Budgets ausgegeben – deshalb ist München die eigentliche und wichtige Orderplattform. Soweit die Aussagen meiner Aussteller, auf die ich mich mit meiner Aussage berufe.

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Auf der in fashion munich präsentieren sich außer-gewöhnliche Labels in einem exklusivem Umfeld auf der Praterinsel

4. Mittlerweile zählt die in fashion munich inkl. der Plattform GreenGlamour knapp 100 Labels. Wie gewährleisten Sie das hohe Niveau der Aussteller?
Der Markt ist der Regulator – sprichwörtlich “gleich und gleich gesellt sich gern” – und der Motivator für Firmen, sich auf der in fashion munich zu präsentieren. So kommen auch immer wieder Anfragen, die wir ablehnen müssen, da sie im Portfolio der Messe nicht ihren Platz finden werden. Besondere Mode an einem besonderen Ort – das ist für die Firmen, die sich bei uns präsentieren wichtig: das Umfeld, das Ambiente und der Service sind für uns keine Schlagwörter, sondern eine Selbstverständlichkeit.

5. Im Februar 2011 feierte die Plattform Green Glamour zur 10. Ausgabe der in fashion munich Premiere. Warum die Ausweitung in diese Richtung?
Weil es zum Credo unserer Messe gehört – das Besondere. Das Besondere an der nachhaltigen Mode ist die Zeitqualität, die sie widerspiegelt. Es sind in den Anfängen junge Modedesigner gewesen, die neue Produktions- und Vertriebswege suchten und fanden. Ein globales Umdenken in Form von Verantwortung ist erstrebenswert – deshalb ist es für uns wichtig, dieses Modesegment bewusst zu integrieren und damit zu fördern.

6. War der Schritt in Richtung „Nachhaltige Mode“ schon damals vor fünf Jahren absehbar?
In der Form sicher nicht. Die Schnelligkeit der Entwicklung – leider auch nur durch die Umweltkatastrophen ins Bewusstsein der Menschen katapultiert – war nicht absehbar. Aber wie spricht Xavier Naidoo so schön … der Mensch lernt nur, wenn er Scheisse frisst. Traurig – aber wahr.

7. Das Thema Nachhaltigkeit scheinen sich mittlerweile immer mehr Unternehmen und Modelabels auf die Fahnen bzw. die Etiketten zu schreiben. Was sind für Sie unabdingbare Kriterien in punkto Nachhaltigkeit?
Wenn man gewissenhaft und verantwortungsbewusst Themen aufgreift und umsetzen will, dann an seine Grenzen stößt, muss man sich Experten ins Boot holen. Ich bin keine Expertin in Nachhaltiger Mode – deshalb arbeitet in fashion berlin und munich mit Designern wie Jessica Reyes Rodriguez oder Linda Mohrmann, Agentin für Fair Fashion in Beratung, zusammen. Ebenso hat unsere PR Agentur eastside communications einen grünen Bereich – also sind wir für das Jetzt und die Zukunft gut aufgestellt.

8. Bei dem „Green Glamour Projekt“ scheinen Sie insbesondere mit vielen Frauen wie Jessica Reyes Rodrigues vom Modelabel Queen & Princess oder Linda Mohrmann zusammenzuarbeiten . Ist Nachhaltigkeit eher ein Frauen-Fashion-Thema oder schmieden Sie einfach gerne Frauen-Allianzen?
Nein – das ist eher “Zufall”. Aber vielleicht ist es das alte Thema zwischen Jägern und Sammlern und den Frauen, die mehr um das Miteinander Sorge tragen.

Radialsystem V - Außenansicht

Mit dem Radialsystem V hat die in fashion berlin direkt an der Spree ein besonderes Umfeld gefunden

9. Wie wird sich Mode in diesen Punkten in den nächsten Jahren verändern?
Hoffentlich positiv! Prophetische Äußerungen obliegen mir nicht – aber wenn jeder seine Haltung überdenkt, sind wir einen Schritt weiter!

10. In diesem Sommer gibt es erstmals auch einen Ableger in Berlin – die in fashion berlin. In der Hauptstadt gibt (bzw. gab) es mit dem GREENshowroom, dem Lavera – Showfloor und bis vor Kurzem auch TheKey.To eine Reihe von grünen Messen und Veranstaltungen. Haben Sie keine Angst vor der Konkurrenz?
Nein, außerdem ist Angst ein schlechter Berater. in fashion berlin steht ebenso für besondere Mode – deshalb auch die Wahl Radialsystem V an der Spree und ist nicht ausschließlich grün. Mit dem Lavera – Showfloor kooperieren wir bereits in der ersten Saison. Angst vor der Konkurrenz muss man nur haben, wenn man nicht authentisch ist. Außerdem kommt unser Konzept auch in Berlin an: Trotz der späten Vorbereitung für diese Saison bereits 80 Kollektionen am Start haben. Zum Messebeginn sind des sicher auch noch mehr…

11. Wo sehen Sie die die in fashion munich bzw. in fashion berlin in fünf oder zehn Jahren? Wird es weitere Ableger geben?
Warum nicht? So wie die Frankfurter Messe sich in den Green Showroom eingekauft hat, gibt es für in fashion berlin sicherlich auch an anderen Modestandorten wie Paris, New York, Mailand besondere Orte, wo man besondere Mode zeigen kann.