In diesem Jahr läuft's wieder besser: Der deutsche Schuheinzelhandel musste in 2011 ein Umsatzminus von rund 2 Prozent verkraften. Auch Kundenfrequenz und Erträge sanken merklich. Die Branche setzt einige Hoffnungen auf das laufende Jahr.

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Brigitte Wischnewski hofft auf ein Umsatzplus in 2012

Zum Start der GDS gab Brigitte Wischnewski vom Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) einen Rückblick auf das Jahr 2011. Anders als in 2010 als der Schuhhandel ein Wachstum von 8% verzeichnen konnte, gingen die Umsätze in 2011 um „etwa 2% zurück“. Der BDSE schätzt das Umsatzvolumen (inkl. Großfilialisten) auf 7,8 Mrd. Euro. Vom Umsatzeinbruch waren vor allem kleinere und mittlere Händler betroffen, die Rückgänge zwischen 3 und 4% verkraften mussten. Größere Händler konnten auch aufgrund ihrer Flächenexpansion ein moderates Plus verbuchen. Auch die Onlinehändler profitierten und konnten – nicht zuletzt aufgrund massiver Werbeanstrengungen einiger Großanbieter – ein Umsatzwachstum erreichen. Allerdings lag dies nach Erhebung des Statistischen Bundesamtes (für den „Internet-Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren“) bei „beschaulichen 3,2%“. Insgesamt schätzt der BDSE, dass der Onlinemarktanteil rund 10% beträgt, wobei auch viele stationäre Händler mittlerweile eine virtuelle Filiale betreiben.

Zwei Drittel aller Schuhhändler erklärten in einer BDSE-Befragung, dass die Kundenfrequenz schwächer ausfiel als im Vorjahr. Der flaue Abverkauf wirkte sich auch auf die Erträge aus: Aufgrund starker Preisnachlässe mussten mehr als Dreiviertel (77%) aller Unternehmen geringere Erträge hinnehmen. Zusätzlich gelang es vielen Händlern trotz großzügiger Rabatte nicht, die Warenbestände zum Ende der Saison auf das übliche Maß abzubauen.

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Die Sortimente brauchen im Herbst eine deutliche Auffrischung

Zurückhaltende Order

Vor dem Hintergrund der hohen Restbestände geht der Handel nun „mit Vorsicht“ in die aktuelle Orderrunde. Rund die Hälfte will weniger ordern als im Vorjahr, 18% der Händler planen die Vororder zugunsten der Nachorder zu kürzen, um flexibler in der Warenbeschaffung zu sein. Der BDSE warnt allerdings vor zu zurückhaltendem Orderverhalten: Die Sortimente bräuchten eine Auffrischung und diese sollte möglichst modisch ausfallen.

2012 soll besser werden

Insgesamt rechnet die Branche in 2012 mit einem leichten Umsatzplus von 2 bis 3%. Etwa ein Drittel der Händler rechnet mit einem Umsatzplus, die Hälfte erwartet ein Pari. Der BDSE geht davon aus, dass der Schuhhandel von günstigen Rahmenbedingungen wie etwa steigenden Beschäftigungszahlen, einer geringen Inflation und anhaltender Einkaufslust der Konsumenten.

Gute Nachrichten gab es hingegen für Verbraucher: Die Schuhpreise erhöhten sich in 2011 um nur 1,4%, während die gesamten Einzelhandelspreise um 1,9% stiegen. Aufgrund der Preisnachlässe dürften die Durchschnittspreise letztlich aber sogar gesunken sein, schätzt Wischnewski.

Foto: Foto: Messe Duesseldorf (GDS) / ctillmann