Stiftung Warentest auf Chinesisch: Der spanische Modefilialist besteht den Materialtest bei der Pekinger Verbraucherschutzbehörde CBA nicht – und das bereits zum dritten Mal in Folge. Zara sagt, dass die Qualität stimmt, nur die Etikettierung nicht.

Zara Store Peking

Zara Store in Peking: Wie gut ist gut genug?

Die staatliche Verbraucherschutzbehörde Beijing Consumer Association (BCA) kritisiert, dass die Modekette Zara Kleidung anbiete, die gegen die in einem Test festgelegten Kriterien – Materialmix, Farbechtheit und pH-Wert – verstoße. Die BCA hatte in einem Test von 57 Hosen auch ein Paar von Zara untersucht und festgestellt, dass der Baumwoll- und Wollanteil geringer ausfiel als auf dem Etikett angegeben und die Hose nicht farbecht sei. Auch in 2009 und 2010 hatte die Behörde in Mänteln abweichenden Gewebeanteile gefunden.

„Was uns am meisten betrübt, ist nicht, dass Zaras Produkte in den Tests immer wieder schlecht durchfallen, sondern das sie zu den Mängeln schweigen“, sagte Dong Qing, Vice-President der BCA in der Zeitung China Daily. „Ich glaube nicht, dass sie sich anderswo auch so arrogant verhalten. Ihre Einstellung passt überhaupt nicht zu ihrem internationalen Image.“ Die Behörde würde es begrüßen, wenn Zara sich bei den chinesischen Verbrauchern entschuldigt und mangelhafte Ware zurückruft. Außerdem erwägt die Pekinger Industrie- und Handelskammer Zara mit eine Geldstrafe in Höhe von 780.000 Yuan (82.000 Euro) zu belegen.

Der hinter der Modekette Zara stehende Konzern Inditex hat sich inzwischen geäußert. Ein Sprecher erklärte am Montag, dass der Materialmix korrekt sei, nur die Etikettierung fehlerhaft sein – ein Versehen, dass man in Zukunft korrigieren werde. Die in Marokko produzierte Hose sei farbecht. Weiterhin verwies der Sprecher darauf, dass die meisten Zara Produkte die Qualitätstests bestanden hätten. Wenn es davon Ausnahmen gäbe, sind diese Produkte immer noch gut genug für den chinesischen Markt.

Das Aufbegehren der chinesischen Behörden stellt Inditex vor ein Dilemma: China ist auch für den spanischen Modekonzern ein wichtiger Zukunftsmarkt. Von 160 Store-Eröffnungen im letzten Jahr erfolgen allein 75 in China, über hundert sollen in diesem Jahr folgen. Damit wäre der Konzern mit seinen Konzepten in über 42 chinesischen Städten präsent. Um weiter im Land der Mitte geduldet zu werden, muss Inditex auf die Behörden eingehen.