Der Onlineshop aus Berlin, der längst schon mehr als nur Schuhe verkauft, schließt das Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von über 500 Millionen Euro ab. Ein Ende des explosionsartigen Wachstums scheint erstmal nicht in Sicht.

Zalando

Zalando knackt die halbe Milliarde

Die Zalando GmbH legt ein beeindruckendes Wachstum vor. 2011 verbuchte das Berliner Unternehmen einen Nettoumsatz von 510 Mio. Euro. Innerhalb eines Jahres konnte der Umsatz mehr als verdreifacht werden. 2010 erzielte Zalando 150 Mio. Euro. 2009, ein Jahr nach der Gründung, waren es 6 Mio. Euro netto. „Zalando ist aber nicht nur mit Blick auf den Umsatz enorm gewachsen, sondern auch hinsichtlich der Substanz des Unternehmens“, so Gründer und Geschäftsführer Robert Gentz.  Denn Zalando erlöst 50% des Gesamtumsatzes außerhalb Deutschlands. „Zudem generieren wir mittlerweile mehr als die Hälfte unseres Umsatzes außerhalb der Kernkategorie Schuhe“, ergänzt Rubin Ritter, der neben Gentz und David Schneider das Unternehmen führt. Zalando bietet außer Schuhe werden auch Mode, Sportartikel und Heimtextilien an und ist mittlerweile in zehn europäischen Ländern aktiv, diese Woche kamen Finnland und Dänemark dazu. Allein in Frankreich sollen im laufenden Jahr mehr als 150 Mio. Euro umgesetzt werden.

Diese Zahlen zeigen, dass sich die explosionsartige und temporeiche Expansion in andere Länder und Kategorien gelohnt habe. Allerdings schweigt das Unternehmen zu seinen Ergebnissen. Wachstum hat Priorität, schwarze Zahlen sollen wohl kommen, wenn man die Stellung als Nummer 1 in Europa gefestigt hat. „Natürlich ist es unser Ziel, in allen Kategorien profitabel zu arbeiten. Aber wir fixieren keine Budgets oder Gewinnziele für die nächsten Jahre. So lange es sinnvoll ist und es sich lohnt, so lange investieren wir in Wachstum“, erklärte Gentz vor gut einem Monat in der Wirtschaftswoche. S

Sorgen machen muss er sich auch erst mal nicht, denn durch Investoren wie die Samwer Brüder, die russische Digital Sky Technologies (DST), schwedische Beteiligungsgsellschaft Kinnevik, ist das Unternehmen „in jedem Fall solide finanziert“, so dass das Wachstum in dem Tempo  weiter gestemmt werden kann. Branchenbeobachter weisen auf die recht hohe Retourenquote hin, die aufgrund des kostenlosen Versandes womöglich höher ausfallen dürfte als bei anderen Händlern. Um das große Logistikaufkommen zu stemmen, wird in Erfurt ein hochmodernes neues Logistikzentrum aufgebaut. Außerdem wurde in ein neues Technologiezentrum in Dortmund investiert, wo bald 60 Entwickler tätig sein sollen.