Zalando hebt Prognose an
Für den Berliner Onlinehändler läuft es besser als erwartet, so dass die Prognose für 2015 deutlich nach oben korrigiert wird. Aber so weit oben, quälen auch Sorgen - die schlechte Zahlungsmoral mancher Kunden etwa.
Schulterklopfer verdient: Die Zalando-Vorstände David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter haben offensichtlich einiges richtig gemacht
Den Kunden gefällts: Mittlerweile arbeiten gut 100 Stylisten für den Service Zalon
Die Zalando SE hat ihren Wachstumskurs im ersten Halbjahr mit Nachdruck fortgesetzt. Insgesamt stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr um 31,5% auf 1,38 Mrd. Euro. In der DACH-Region stiegen die Erlöse um knapp 28% auf 758 Mio. Euro. Einen Zuwachs von fast 38% gab es im übrigen Europa (399 Mio. Euro).
Aufgrund der deutlich besseren Umsatzentwicklung der letzten Monate rechnet der Vorstand auch mit einer besseren Performance für das zweite Halbjahr und erhöhte die Umsatzprognose von ursprünglich 20-25% auf 28-31%. Die EBIT-Marge soll weiter bei den prognostizierten 4,5% bleiben.
Simple Rechnung: Mehr Kunden = mehr Umsatz
Getrieben wurde das Wachstum vor allem von neuen Kunden: Insgesamt führt Zalando 16,4 Millionen aktive Kunden in seiner Kartei. Das sind 2,7 Millionen (oder 19%) mehr als noch vor einem Jahr. Irgendwann mussten sich die 5-Euro-Gutscheine ja auszahlen! Die Zahl der Bestellungen pro Kunde und die durchschnittliche Warenkorbgröße erhöhten sich nur geringfügig. Zalandos Ziel dürfte es sein hier anzuknüpfen und die Kennziffern auszubauen. Arbeiten wird Zalando auch daran, die schlechte Zahlungsmoral einiger Kunden in den Griff zu bekommen. Die Zahl der Kunden, die auf Rechnung bestellen, stieg im Vergleich zum Vorjahr, und weil ein Teil dieser Kunden seine Rechnungen nicht beglich (Zalando selbst spricht in seinem Halbjahresbericht von einem „höheren Niveau von betrügerischem Handeln“), erfolgten im zweiten Quartal Wertminderungen in Höhe von 18,5 Mio. Euro. Dennoch – abschaffen wird Zalando die Bestellung auf Rechnung nicht – die Kunden schätzen die Vielzahl der Zahlungsmöglichkeiten und Kundenzufriedenheit ist und bleibt eine der wichtigsten Maximen der Berliner!
Profitabler Kurs und weitere Investitionen
Während Zalando beim Marketing sparen konnte, stiegen die Fulfillmentkosten – ganz richtig geht es Zalando schwerpunktmäßig darum, die Kunden bei Laune zu halten. Zu Lasten der Profitabilität geht der Dreiklang aus Serviceversprechen, Modeexpertise und Umsatzwachstum also nicht. Im ersten Halbjahr lag das bereinigte EBIT mit 59,2 Mio. Euro fast beim Fünffachen des Vorjahres (12,4 Mio. Euro). Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich auf 4,3%. Der Gewinn nach Steuern belief sich auf 47,3 Mio. Euro.
Um gerüstet zu sein für das weitere Wachstum plant Zalando die Errichtung eines weiteren Logistikzentrums in Deutschland, das dann im nächsten Herbst in Betrieb genommen werden soll. Bislang betreiben die Berliner in Briselang bei Berlin, Erfurt und Mönchengladbach entsprechende Zentren. Auch in Italien testet Zalando mit einem externen Logistiker einen Logistikstandort. Auch beim Personal investiert der Onlinehändler. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf knapp 1.500 auf 9.079 gestiegen, ohne das damit schon Stopp wäre. Weitere Einstellungen sind geplant.
Die wichtigsten Kennzahlen aus Zalandos erstem Halbjahr 2015 im Überblick







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