Die Wildkatze aus Herzogenaurach setzt auf mehr Umweltbewusstsein: Erstmalig präsentiert das Sport-und Lifestyle-Unternehmen eine Ökobilanz, in der die Auswirkungen von Treibhausgasen und Wasserverbrauch auf Umwelt und Gesellschaft monetär bewertet werden.

PUMA Zulieferer Vietnam

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Wenn Puma die ökologischen Schwachstellen in der Wertschöpfungskette identifiziert, kann das Risiko minimiert werden

Puma setzt neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit: Wie bereits im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms der Konzern-mutter PPR angekündigt, legt der Sportartikelkonzern nun die ersten Ergebnisse einer Öko-Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit & Loss Account, kurz E P&L) vor, die mit Hilfe der Wirtschaftsprüfergesellschaft PWC erstellt wurde. Damit leistet Puma Pionierarbeit, denn bisher hat kein Unternehmen die Umweltauswirkungen monetär bewerten lassen.

In Zahlen heißt das, dass Puma und seine Zulieferer durch ihre operativen Aktivitäten die Umwelt im Jahr 2010 in Höhe von 94,4 Mio. Euro geschädigt haben – je etwa zur Hälfte für Wasserverbrauch und CO2-Emmissionen. Puma selbst sind dabei nur 7,2 Mio. Euro direkt zuzurechnen, die restlichen 87,2 Mio. Euro entfallen auf die von Puma in vier Ebenen unterteilten Zulieferebenen. Mehr als ein Drittel (36%) entfällt auf die Rohstoffproduktion wie etwas Baumwollanbau, Ledergewinnung oder Ölbohrmaßnahmen und Raffination, 16% entfallen auf die Rohstoffverarbeitung etwa durch Gerbereien oder die chemische Industrie. Ausgelagerte Prozesse wie etwa Stickereien, Drucke oder die Produktion von Schuhsohlen und die Herstellung von Puma-Produkten selbst schlagen mit 15% bzw. 18% zu Buche.

Erst der Anfang einer umfassenden Bewertung

Die Zahlen zum Wasserverbrauch und die Entstehung von Treibhausgasen sind aber erst die ersten Ergebnisse einer viel umfassenderen Schadensbilanz. Die veröffentlichten Zahlen sind der erste Teil eines dreistufigen Prozesses, in dem alle umweltbezogenen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen bewertet werden. Die erste Stufe umfasst neben den oben genannten Kriterien auch die Bewertung von Ursachen für sauren Regen, Smog, Abfall und Flächennutzungsänderungen. Bis Ende des Jahres will Puma die abschließenden Ergebnisse der ersten Stufe veröffentlichen. Auf der zweiten Stufe sollen soziale Themen wie faire Löhne, Sicherheits- und Arbeitsbedingungen unter dem Aspekt Nachhaltigkeit bewertet werden. In Stufe 3 wird dann der soziale und ökonomische Nutzen von Pumas Aktivitäten etwa durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuerzahlungen und andere gemeinwohlstiftende Aktivitäten bewertet und den Auswirkungen aus Stufe 2 und 3 gegenübergestellt.

Ziel der Öko-Gewinn- und Verlustrechnung ist es, schädliche Umweltauswirkungen beziffern zu können und damit mittel- bis langfristig minimieren zu können. „Es ist ein entscheidendes Instrument und ein Paradigmenwechsel, wie Unternehmen ihre tatsächlichen Kosten für die Nutzung von natürlichen Ressourcen ausweisen und in ihren Geschäftsprozessen berücksichtigen können und sollten“, so Jochen Zeitz, Vorstandsvorsitzender von Puma und Chief Sustainability Officer (CSO) von PPR. „Ein besseres Verständnis und Bewusstsein für die Herkunft unserer Produkte, die Bereitstellung von Ressourcen durch die Natur und ihre begrenzte Verfügbarkeit tragen trotz des angestrebten Geschäftswachstums entscheidend dazu bei, ein robustes und nachhaltiges Geschäftsmodell für Puma zu entwickeln, dessen Umweltauswirkungen wir noch besser kontrollieren und minimieren können.“

Foto: Puma