Angesichts des bundesweiten Lokführerstreiks fallen die Streiks der Textilarbeiter in NRW harmlos aus. Der Arbeitgeberverband kritisiert sie trotzdem als „völlig unangemessene Reaktion“. Doch die IG Metall lässt sich nicht beirren und weitet die Aktionen aus.

Textiler in NRW wollen die Warnstreiks ausweiten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen

Über 2.000 Mitarbeiter aus mehr als 16 Textilunternehmen aus Nordrhein-Westfalen waren diese Woche im Warnstreik. Betroffen waren u.a. C&A Wölte in Emstetten, Terbrack und Quadrant in Vreden, Dahlmanns und Westkott in Wuppertal oder Ibena in Bocholt. Die Streiks dauerten in der Regel nur ein bis zwei Stunden. Sie sollen die Forderung der Textilarbeiter nach 5% mehr Lohn und Gehalt bekräftigen. Die IG Metall NRW rechnet damit, dass die Teilnehmerzahl aller Warnstreiks bis zur dritten Verhandlungsrunde am 12. November noch bis auf 3.000 ansteigen kann.

Der Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie (VBU) hält die Warnstreiks für „unangemessen“, da diese kurzen Arbeitsniederlegungen zu Produktionsausfällen führen, die Geld kosten und die Unternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligen. Die Arbeitgeberseite ist zuversichtlich, dass man in der nächsten Tarifrunde ein tragfähiges Ergebnis erreichen kann. „Die Warnstreiks sind daher unnötig“, sagte ein Sprecher des VBU. Auf eine 5%-Einigung können die Beschäftigen trotzdem nicht hoffen. Die ist angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage und der sinkenden Auslandsnachfrage unfinanzierbar. Auch die Übernahmeverpflichtung von Auszubildenden würde zu viel kosten. Dem hält der Dürener IG-Metall Bevollmächtigte Paul Zimmermann entgegen: „Es sei zwar richtig, dass die Wirtschaftsprognosen für dieses und nächstes Jahr „nach unten angepasst“ worden sind, dennoch wachse die Wirtschaft, von Krise könne keine Rede sein.“

Außer in NRW gibt es auch in anderen Ländern Kundgebungen. In Baden-Württemberg hatten sich bislang über 4.500 Beschäftigte an Protestaktionen beteiligt, um die „Blockadehaltung“ der Arbeitgeberseite aufzuweichen.

Foto: IG Metall NRW