Das Fashion Outlet in Wattenscheid wird Ende Januar schließen, da die Stadt Bochum mit Zwangsgeldern gegen den Fabrikverkauf vorgeht. Da mit dem Outlet auch andere Abteilungen umgesiedelt werden sollen, sind insgesamt 130 Arbeitsplätze bedroht.

Steilmann

Dann eben woanders: Steilmann will alle Standorte in Wattenscheid abziehen

Die Miro Radici AG, zu der die Steilmann GmbH & Co. KG gehört, hat beschlossen, den Steilmann-Fabrikverkauf zu schließen. Ende Januar 2011 soll Schluss sein, das berichtet der Der Westen. Grund dafür ist, dass die Stadt Bochum gegen den Fabrikverkauf mit Zwangsgeldern von mittlerweile 40.000 Euro vorgeht, um die Schließung zu bewirken. 2003 erteilte die Stadt Bochum der Steilmann Gruppe eine Sondergenehmigung, die den Fabrikverkauf trotz entgegenstehender Regelungen im Bebauungsplan erlaubte, wenn Steilmann dort mindestens 800 Mitarbeiter beschäftige und Wattenscheid als Firmensitz erhalte. Der Rest ergibt sich von selbst: aufgrund der angespannten Lage übernahm die Miro Radici Group 2006 den Hersteller und die Firma zog nach Bergkamen um. Damit fehlt dem Fabrikverkauf bereits seit einigen Jahren die rechtliche Grundlage, um das Outlet zu betreiben.

Die Stadt Bochum zeigt sich in Gesprächen mit dem Firmen-Chef Michele Puller uneinsichtig, da das Outlet auch gegen das Bochumer Einzelhandelskonzept verstößt, mit dem man die Läden in der Innenstadt unterstützen möchte. Das Angebot den Standort Wattenscheid trotz des Umzugs nach Bergkamen mit insgesamt 200 Arbeitsplätzen zu sichern, hatte die Stadt Bochum abgelehnt. Die Radici Group droht nun damit, bei einer Schließung des Fabrikverkaufs auch die IT- und Logistikabteilungen aus Wattenscheid abziehen, wovon weitere 120 Beschäftigte betroffen wären. Im Outlet selbst sind 10 Leute beschäftigt. „Wir suchen dafür neue Standorte in Nachbarstädten“, erklärte der Radici-Sprecher Michael Grönebaum der Presse.