Ende der Multimarken-Strategie! Bis Ende 2016 wird das britische Traditionshaus nur noch unter einem einzigen Markennamen am Markt auftreten. Das ist das Ende von Prorsum, London und Brit.

In der neuen Burberry Christmas Kampagne (eine Hommage an den Film Billy Elliot) tragen der Rocker James Bay und Model Rosie Huntington-Whiteley bereits unterschiedliche Linien von Burberry

In der neuen Burberry Christmas Kampagne (eine Hommage an den Film Billy Elliot) tragen der Rocker James Bay und Model Rosie Huntington-Whiteley bereits unterschiedliche Linien von Burberry

Heute teilte Burberry mit, dass die bisherigen drei Linien – die auf der LFW gezeigte RTW-Collection (mit dem unaussprechlichen Namen) „Prorsum“, die Trench-Sammlung „London“ und die Casualwear-Linie „Brit“ – unter dem einzigen Markenamen „Burberry“ auftreten werden. Die Veränderung soll schrittweise bis Ende 2016 vollzogen werden. Damit schlägt auch das britische Traditionsunternehmen die Richtung ein, für die sich auch schon Dolce & Gabbana, Donna Karan und Marc Jacobs entschieden haben: Das Ende unterschiedlicher High-End-Haupt- und erschwinglicher Zweitlinien.

Laut CEO und Kreativchef Christopher Bailey ist dieser Schritt nicht nur eine kosmetische Maßnahme, sondern eine „echte Wandelung“. Mit der Konzentration auf den Namen „Burberry“ soll die Präsentation aller Produkte, egal welcher Preiskategorie, vereinfacht werden. Der Name Burberry soll zukünftig für das britische Design-Erbe des Hauses stehen und herausstellen, dass alle Produkte in England entwickelt wurden. „Das Verhalten der Luxuskunden entwickelt sich weiter. Ihr Stil ist durchlässiger geworden und spiegelt die Art und Weise wider, wie sie einkaufen. Die Veränderungen, die wir machen, ermöglichen es uns, darauf intuitiver einzugehen. Durch die Vereinheitlichung der drei Linien unter einem Label können wir eine konsistentere Erfahrung der Burberry Kollektionen anbieten“, so Bailey. Die Produktpalette und der Preis-Mix sollen bis auf die Namensveränderung größtenteils unverändert bleiben.

Der Burberry-Trench ist weiter „Made in England“

Gleichzeitig teilte Burberry mit, dass das Unternehmen 50 Mio. Pfund in eine neue Produktionsstätte in South Banks, Leeds in der Provinz Yorkshire, investieren wird. Die Fabrik, in der sowohl der typische Gabardine-Stoff gewebt als auch die Trenchcoats gefertigt werden sollen, wird bis 2019 fertiggestellt. Mit der neuen Anlage kann Burberry die Produktion ihres Kult-Produkts weiter in England halten, denn die neue Fabrik wird aufgrund nachhaltigerer und effizienterer Fertigungsprozesse nicht nur Trenchcoats, sondern auch andere Produkte herstellen können. Rund tausend Menschen sollen zukünftig in South Banks, Leeds arbeiten. Die Fertigung in Castleford und die Weberei in Cross Hills sollen mit Inbetriebnahme der neuen Fabrik geschlossen werden. Die Beschäftigten können nach Leeds wechseln. Weiter kündigte Burberry an, die historische Flachsmühle Temple Works in Leeds, die für die britische Textilgeschichte steht und aktuell als Kunst- und Ausstellungszentrum genutzt wird, zu renovieren.

Burberry hat seine Umsätze in den letzten fünf Jahren enorm (um über 1 Mrd. Pfund) gesteigert. Für das Jahr 2015 wies das Unternehmen einen Umsatz von 2,523 Mrd. Pfund (+11%), bei einem bereinigten Gewinn von 455 Mio. Pfund, aus. Für 2016 dampfte das Unternehmen seine Wachstumsaussichten aber aufgrund der Eintrübung im Retail- und Wholsale-Geschäft, nicht zuletzt aufgrund der Abkühlung der Konsumstimmung in China. Mit der neuen Markenstrategie hofft man wahrscheinlich wieder mehr Schwung in den Absatz zu bringen.

 

Foto: Burberry