Stationärer Handel: Expansionspläne nach Deutschland
Trotz des zunehmenden eCommerce-Trends bleibt das „Brick & Mortar“-Geschäft für viele Modeunternehmen unabdingbar. Laut einer Befragung des Immobilienspezialisten JLL sehen die Expansionsverantwortlichen den stationären Handel sogar im Aufwind.
Mittelgroße Städte werden zunehmend attraktiver
Der Modehandel steht für 40% des Vermietungsvolumens bei deutschen Handelsimmobilien. Grund genug, um zu fragen, wie die Strategie führenden Modeunternehmen in Hinblick auf ihr Stationärgeschäft ist. Nur eine Minderheit der von Jones Lang LaSalle befragten Expansionsleiter aus dem Modehandel rechnen mit einem Bedeutungsrückgang des stationären Handels, im Gegenteil: 90% gehen von einer gleichbleibenden oder steigenden Bedeutung aus. Aus ihrer Sicht hat ein eigenes Filialnetz deutlich Vorteile gegenüber dem Onlinehandel, wenn man es denn richtig angeht. Themen wie Flächenmodernisierung, neue Ladenbaukonzepte und Warenpräsentationen nehmen an Bedeutung zu.
Kriterien wie Mietpreisniveau, Frequenz und Branchenumfeld sind am wichtigsten
Mittelgroße Städte werden zunehmend attraktiver
In gleichem Ausmaß wie das Stationärgeschäft als wichtig erachtet wird, werden in den kommenden zwölf Monaten bereits neue Filialen geplant. Hauptexpansionsziele sind die 10 größten Städte (wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Köln und Stuttgart), aber verstärkt auch kleinere Großstädte mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern, wo die Mieten in den letzten Jahren zwar gestiegen sind, aber immer noch deutlich unter den Spitzenmieten der Metropolen liegen. Neben dem Mietpreisniveau spielen auch Passantenfrequenz und Mieterbesatz eine wichtige Rolle. Weniger ausschlaggebend sind Kaufkraft, Zentralität oder Umsatz.
Bei Abschluss eines Mietvertrages bevorzugt etwa die Hälfte der Modeunternehmen Vertragslaufzeiten von 5 Jahren, gefolgt von 10 Jahren (rund 20%). Kürzere Mietlaufzeiten werden wegen der hohen Anfangsinvestitionen ungern in Kauf genommen.
Die Expansionsmanager haben das Theme „Online“ trotz ihrer „Brick & Mortar“-Ambitionen trotzdem auf der Agenda. Ein eigener Webshop ist notwendige Ergänzung, deren Umsatzanteil in den nächsten Jahren steigen wird. Eine Verknüpfung beider Kanäle ist daher aus Sicht vieler Modeunternehmen unabdingbar. Kleiner oder gar größer werden die Läden vor dem Hintergrund der Online-Konkurrenz allerdings nicht, resümiert Dirk Wichner, Head of Retail Leasing Germany bei JLL.
Die Studie „Aktuelle Entwicklungen in der Modebranche“ kann bei JLL heruntergeladen werden.







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