Die Flaute im Schuhmarkt wirkt sich unmittelbar auf den Schwalmstädter Schuhhersteller aus. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, soll die Fertigung am Firmensitz eingestellt werden. Der Firmensitz in Deutschland bleibt aber auch in Zukunft erhalten.

Rohde schließt die Fertigung in Schwalmstadt

Die Erich Rohde GmbH kann es sich länger leisten, in Deutschland zu produzieren. Daher macht sie es wie viele andere große deutsche Hersteller und kündigt an, die Eigenfertigung am Firmensitz Schwalmstadt bis zum Jahresende zu schließen. Von der Schließung sind rund 120 Vollzeitstellen betroffen.

Zwei Gründe führt Geschäftsführer Oliver Kraxner dafür an: Zum einen ist der Schuhmarkt seit zwei Jahren in einer schwierigen Lage, insbesondere das Geschäft mit Winterstiefel verlief wegen der milden Temperaturen schlecht, so dass auch Rohde Auftragsrückgänge hinnehmen musste. Die Produktion ist daher aktuell nicht ausgelastet. Hinzu kommt, dass die Fertigung in Deutschland im Branchenvergleich zu teuer sei. „Vor diesem Hintergrund ist es ebenso vernünftig wie erforderlich, entsprechende Kapazitäts- und Personalmaßnahmen zu ergreifen“, erklärt er. Mit der Umstrukturierung soll Rohe „nachhaltig auf ein wirtschaftlich solides Fundament“ gestellt werden.

Die Produktentwicklung und –endkontrolle sollen weiter in Deutschland erfolgen. Allerdings werden die Abläufe neu organisiert, um schneller und flexibler produzieren zu können. Die hohe Fertigungsqualität soll zukünftig weiter verbessert werden, dafür setzt das Traditionsunternehmen weiter auf eigene Leisten und Formen. In Zukunft will Rohde mit modischeren Angeboten auch neue Zielgruppen erschließen.

Rohde beschäftigt aktuell 340 Mitarbeiter, 290 davon in Schwalmstadt.

Foto: Rohde