Der französische Luxusgüterhersteller Richemont ist relativ robust durch das letzte Geschäftsjahr gekommen. Zwar weisen sowohl Umsatz und Gewinn einen Rückgang auf, aber der Konzern blickt optimistisch in die Zukunft, denn Luxus lohnt sich wieder. Nun will man nach Asien und Übersee expandieren.

Wegen der Krise musste der Luxuskonzern Compagnie Financière Richemont SA im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (Stichtag 31.März) einen Gewinn- und Umsatzrückgang hinnehmen. Aber in der zweiten Jahreshälfte hat das Geschäft mit Schmuck, Uhren und Designerkleidung wieder stark angezogen. Und im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres konnte sich der Trend nochmal beschleunigen. Richemont will nun neue Wachstumsmärke in Asien und Amerika für sich gewinnen.

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Richemont Familienmitglied Cartier: Luxus lohnt sich wieder

Der Richemont-Konzern, unter dessen Dach Marken wie Cartier, Piaget, Chloé, Jaeger-LeCoultre und Montblanc tätig sind, hat im Geschäftsjahr 2009/10 ein Umsatzminus 4% auf 5,176 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Das war deutlich weniger als Analysten angenommen hatten. Im ersten Halbjahr waren die Umsätze um 15% eingebrochen, wobei die Umsätze im asiatischen Markt relativ stabil blieben. Im zweiten Halbjahr ging es mit der Nachfrage nach Uhren und Schmuck weltweit wieder nach oben. Der operative Gewinn (EBIT) fiel um 14% auf 830 Mio. Euro, so dass die Ebit-Marge von 17,9% auf 16% sank. Das Finanzergebnis lag bei -137 Mio. Euro.

Insgesamt behauptet Richemont das Krisenjahr dank frühzeitig eingeleiteter Sparmaßnahmen und Reduzierung von Vorräten gut überstanden zu haben. Insbesondere das Barvermögen verdoppelte sich um über 1 Mrd. auf 1,896 Mrd. Euro. Genug Cash in de Täsch um die Expansion durch den Aufbau von neuen Edel-Boutiquen voranzutreiben. Vorstandschef Johann Rupert zeigt sich mit der Entwicklung glaubt, dass die Gruppe jetzt bereit ist, „Wachstumschancen in neuen Märkten zu nutzen und die Nachfrage in etablierten Märkten zu befriedigen, sobald sich die Situation dort verbessert habe“. „Es gibt viele Herausforderungen, aber ich bin sicher, dass die Richemont Firmen sie überwinden werden“. Ein erster Schritt dahin, war der Einstieg in das exklusive Shoppingnetzwerk net-a-porter im April dieses Jahres. Überdies wurde gemunkelt, dass Richemont auch beim italienischen Modehaus Prada einsteigen wolle.

Weiterhin kündigte das Schweizer Unternehmen an, in den nächsten Jahren bis zu zehn Millionen eigenen Aktien zurückkaufen zu wollen.