Die Textil- und Bekleidungshersteller in den jungen Bundesländern blicken recht optimistisch auf das laufende Jahr. Die hohe Nachfrage nach Hightech-Textilien und textilen Verbundstoffen sorgt für gute Umsätze.

Auf der mtex+ zeigten ostdeutsche Textiler ihr Know-How bei Technischen Textilien

Auf der mtex+ zeigten ostdeutsche Textiler ihr Know-How bei Technischen Textilien

Die Umsatzzahlen, die der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) anlässlich der kürzlich stattfindenden Jahresmitgliederversammlung präsentiert hatte, stimmen die Branche optimistisch. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 lag der Umsatz der ostdeutschen Textilindustrie rund 1,5% über dem Vorjahr, im Export konnte sogar ein Plus von 4% ausgewiesen werden. In 2015 lag der Gesamtumsatz bei rund 1,8% Mrd. Euro, wobei davon rund 40% im Ausland erwirtschaftet wurden. Rund die Hälfte des Gesamtumsatzes wird mit technischen Textilien erzielt.

Überhaupt zeigen sich die ostdeutschen Textiler selbstbewusst wie lange nicht. Ende Mai präsentierten sich viele Hersteller auf der in Chemnitz stattfindenden Fachmesse mtex+, die eine Leistungsschau für Hightech-Textilien und textile Verbundstoffe „Made in ‚East Germany’“ war.

„Immer mehr Produkt- und Verfahrensentwickler in anderen Branchen erkennen die Vorzüge der leichten, flexiblen und robusten textilen Materialien, die in der Regel mit mehreren Zusatzfunktionen ausgestattet sind“, erläutert vti-Sprecher Bertram Höfer und verweist auf den Wettbewerbsvorteil ostdeutscher Hersteller: „Sowohl Hersteller als auch Anwender profitieren von der engen Kooperation mit den in Sachsen und Thüringen ansässigen Textilforschungsinstituten, die international zu den Trendsettern gehören. Wir verfügen in den jungen Bundesländern über eine funktionierende textile Kette, das heißt Spinnereien, Webereien, Strickereien, Wirkereien, Vliesstoffhersteller, Stickereien, Veredelungsbetriebe, Konfektionäre sowie Forschungsinstitute, Universitäten, Hochschulen und Berufsausbildungseinrichtungen existieren in enger Nachbarschaft.“ Um die Branche weiter zu stärken, hat der vti eine Kooperationsvereinbarung mit dem tschechischen Partnerverband ATOK unterzeichnet. Gleichzeitig arbeitet der Verband intensiv an der Gewinnung von Fachkräftenachwuchs für die Branche. Große Hoffnungen setzt der Verband dabei auf das Textilforschungsnetzwerk-Projekt „futureTEX“, an dem 180 Firmen und Forschungseinrichtungen teilnehmen.

Foto: mtex+