Der Textildiscounter aus dem oberfränkischen Bindlach hat einen neuen Eigentümer. Der Finanzinvestor OpCapita übernimmt das Unternehmen und will auch frisches Geld investieren.

Künftig mit einer Investmentfirma im Rücken: OpCapita übernimmt NKD

Nachdem alle strategischen Investoren in den bisherigen Bieterrunden ausgeschieden waren, kommt der Käufer des Textildiscounters NKD letztlich wie so oft aus der Private-Equity-Branche. Die handelserfahrene Beteiligungsgesellschaft OpCapita, die schwerpunktmäßig in UK, Frankreich und Spanien aktiv ist, übernimmt das Unternehmen komplett mit den rund 1.950 Filialen in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien und Polen komplett. Der Kaufvertrag wurde bereits am Montag unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. OpCapita stellte klar, dass die Übernahme ohne Bankkredite erfolgt und kündigte an, rund 20 Mio. Euro in das angeschlagen Handelsunternehmen zu investieren. Das Geld soll helfen, den eingeschlagenen Sanierungskurs fortzusetzen und die gesteckten Wachstumsziele zu erfüllen. Die sehen vor, dass 2015 wieder expandiert werden soll – allerdings nur wenn die Flächenproduktivität stimmt.

John von Spreckelsen, Partner von OpCapita, soll als Shareholder-Vertreter das Management bei der Implementierung des dreistufigen Sanierungs- und Wachstumsplans unterstützen und einen reibungslosen Übergang sicherstellen. „Wir verfolgen die Aktivitäten von NKD schon einige Jahre. Wir sind sicher, dass wir mit der aktiven Unterstützung der NKD Mitarbeiter das Unternehmen mittelfristig zurück auf einen nachhaltigen Wachstumskurs bringen können“, so Spreckelsen.

Der bisherige Eigentümer, die Familie Daun aus Rastede, hatte bereits im Sommer angekündigt, sich von dem Filialisten trennen zu wollen, da die NKD nicht zu den anderen Geschäftsaktivitäten der Gruppe passe. Nachdem die Geschäftsführer wegen strategischer Fehler und unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens abgesetzt wurden, übernahmen die Sanierungsexperten von Ziems & Partner das Ruder in Bindlach. Sie setzten einen einschneidenden Sanierungsplan durch, bei dem nicht nur die Förderung des 1 FC. Nürnbergs sondern auch rund 100 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Die Schließung von unrentablen Filialen wird gegenwärtig noch umgesetzt, soll aber in Kürze abgeschlossen sein.

Foto: NKD