Sind Laufsteg-Schauen wirklich noch für Einkäufer und Presse? Oder sind sie mit Celebrities und Instagram in der Front Row mittlerweile nicht eher ein wichtiges B2C-Marketingtool der Modehäuser? Die New Yorker Modewoche prüft den Paradigmenwechsel.

Die nächste Rebecca Minkoff Show im Februar wird die aktuelle Frühjahr/Sommer-Kollektion präsentieren

Die nächste Rebecca Minkoff Show im Februar wird die aktuelle Frühjahr/Sommer-Kollektion präsentieren

Rebecca Minkoff könnte die Modewelt revolutionieren, ein bisschen zumindest. Anders als die meisten anderen Designer wird sie zur Februar-Ausgabe der New Yorker Modewoche wird sie aktuelle Teile der neue Frühjahr/Sommer-Kollektion, die es dann schon zum Teil in den Läden zu kaufen gibt, auf dem Laufsteg zeigen. Auch wenn im Publikum wie bisher Einkäufer, ausgewählte Kunden, Pressevertreter und Blogger sitzen, rutscht Minkoff damit dichter an ihre Kunden. Alles was sie auf Instagram, in der Presse und anderen Kanälen sehen, können sie umgehend kaufen. Der Fashion-Week-Buzz könnte das Geschäft spürbar beleben, schließlich ist der Mensch ist ein einfach gestricktes Wesen: Das, was er sieht will er haben – jetzt, nicht ein halbes Jahr später.

Der Anstoß von Minkoff brachte nun auch den amerikanischen Designer- und Modeverband CFDA auf den Plan. Deren Vorsitzende Diane von Furstenberg hat die Unternehmensberatung BCG damit beauftragt, zu evaluieren, wie die Fashion Shows der Zukunft aussehen könnten. Das Ergebnis der Studie soll voraussichtlich Ende Februar vorliegen, soll aber vorerst ohne konkrete Auswirkungen bleiben. Es wird erwartet, dass einer der Vorschläge dahin gehen könnte, dass Einkäufer in eher kleinen, intimen Veranstaltungen einen Blick auf die neuen Kollektionen erhalten, während die großen Shows zukünftig für die Endkunden konzipiert werden. Auch eine wie von Minkoff gewählte Saisonverlagerung ist denkbar, wäre aber für viele Häuser schwierig umzusetzen.

Die Kritik an dem Fashion-Week-Rhythmus, der am mittlerweile sehr gut informierten Endkonsumenten total vorbeigeht, ist nicht neu. Viele sagen sogar, der zeitlich vorverlagerte Hype schadet mehr denn er nützt. Social Media hat das Jahrzehnte alte System einfach überholt. Donna Karan proklamiert den Umstand bereits seit einigen Saisons. Tom Ford versuchte den „Catwalk-Leak“ durch ein totales Medienembargo zu verhindern. Moschino und Burberry boten zumindest einige Teile aus den gezeigten Schauen zum Kaufen oder Vorbestellen an. Minkoffs Erfolg oder Misserfolg im Februar könnte den Paradigmenwechsel beschleunigen.

Foto: Rebekka Minkoff