Net-A-Porter + Yoox = Net-A-Yoox
Kein Jux, sondern ein Milliardengeschäft! Der Schweizer Luxuskonzern Richemont hat sich mit dem italienischen Luxus-eCommerce-Händler Yoox auf eine Fusion mit seinem eTailer Net-A-Porter geeinigt.
Die Compagnie Financière Richemont SA hat am Dienstagmorgen bestätigt, dass sie mit der YOOX SpA (mit den Onlinestores Yoox, TheCorner und Shoescribe) eine Fusionsvereinbarung in Bezug auf ihre Tochtergesellschaft The Net-A-Porter Group, getroffen hat. Bereits gestern hatten beide Unternehmen erklärt, dass man miteinander in Verhandlungen stehe.
Richemont erklärte, dass beide Luxus-eTailer die neue „YOOX Net-A-Porter Group“ bilden werden, sofern die Yoox-Aktionäre und die Kartellbehörden der Fusion zustimmen werden. Die Aktionärsabstimmung soll voraussichtlich im Juni 2015 stattfinden. Es wird damit gerechnet, dass die Transaktion im September dieses Jahres abgeschlossen sein wird.
Ein milliardenschwerer Luxus-Tanker
„Bewährte Geschäftsmodelle werden von Technologieriesen zunehmend gestört. Vor diesem Hintergrund glauben wir, dass es wichtig ist, die Führung und die Größe zu steigern, um die Einzigartigkeit der Luxusindustrie zu schützen. Die Fusion beider Marktführer wird eine unabhängige, neutrale Plattform für anspruchsvolle Kunden schaffen, die nach Luxusmarken suchen“, begründet Johann Rupert, Chairman von Richemont, den Zusammenschluss.
Die neue Yoox Net-A-Porter Group soll wie Yoox in Italien ansässig sein und an der Mailänder Börse (Borsa Italiana) gelistet werden. Natalie Massenet, Gründerin und aktuell Executive Chairwoman von Net-A-Porter, soll auch im neuen Unternehmen die Position des Executive Chairman ausfüllen. Federico Marchetti, Yoox-Gründer und CEO, soll CEO der Gruppe sein. Gemeinsam wird die Gruppe bei kumulierten 24 Mio. Unique Visitors/Monat ein jährliches Umsatzvolumen von mehr als 1,2 Mrd. Euro (524 Mio. Euro von Yoox (2014) und geschätzte 700 Mio. Euro von Net-A-Porter (2014/15)) vorweisen können. Damit spielt die Gruppe in der Top-Liga der Fashion-Onlinehändler mit und kann schon aufgrund seiner schieren Größe ganz anders als bisher agieren. Die beiden Geschäftsmodelle ergänzen sich nicht nur geografisch sondern auch in Hinblick auf ihr Angebot. Die Synergieeffekte etwa bei Technologie, Logistik, Inhalt und Verkauf werden auf jährlich rund 60 Mio. Euro ab dem dritten Jahr geschätzt. „Nachdem beide Unternehmen die Regeln des Marktes bereits seit 2000 grundlegend geändert haben, verschieben sich die Paradigmen durch diese bahnbrechende Fusion nun erneut. Gemeinsam planen wir, unseren Erfolg und unsere Durchdringung zu erweitern, um die Partnerschaften mit den weltweit führenden Luxusmarken zu stärken und ungenutztes Wachstumspotential zu nutzen“, kündigte Yoox-Gründer Federico Marchetti an.
Weitere „zukünftige Wachstumschancen“ sollen im Anschluss an die Fusion durch eine Kapitalerhöhung mit bis zu 200 Mio. Euro finanziert werden. Neben Richemont sollen dann auch weitere strategische Investoren an Bord geholt werden.
Und was springt dabei für Richemont heraus
Richemont erwartet für die Transaktion einen einmaligen Buchgewinn von rund 317 Mio. Euro. Die Schweizer werden 50% der Anteile an der neuen, börsennotierten Gesellschaft halten, jedoch nur einen Stimmrechtsanteil von 25% haben. Dabei gilt eine Haltefrist von drei Jahren. Das soll laut Mitteilung die „Unabhängigkeit der Yoox Net-a-porter Gruppe gewährleisten“. Gleichzeitig erhält Richemont aber die Möglichkeit zwei Vertreter in den mindestens 12-köpfigen Verwaltungsrat des Unternehmens (Board) zu entsenden.










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