Neckermann: Nur nicht bange machen
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Der Insolvenzantrag stürzt den Frankfurter Versender noch tiefer ins Unglück. Kunden ordern zögerlich, Vertriebspartner warten auf ihr Geld. Aber es keimt Hoffnung, denn es soll bereits „erste Interessenten“ geben.
Neckermann, der Tragödie zweiter Teil - dennoch, die Hoffnung stirbt zuletzt:
Die Neckermann-Beschäftigten hoffen, dass das Bangen bald ein Ende hat und ein Investor den Versandhändler übernimmt. Nach Aussage von CEO Henning Koopmann sollen sich bereits die ersten Interessenten für das zahlungsunfähige Versandhaus gemeldet haben. Auch die Arbeitnehmervertreter von Ver.di zeigten nach einem ersten Treffen mit den Insolvenzverwaltern Michael Frege (übrigens der Bruder von Campino, dem Frontman der Punkband Die Toten Hosen) und Joachim Kühne von der Kanzlei CMS optimistisch. Obwohl die beiden Anwälte keine Versprechungen machten, werden sie alles für den Erhalt des Standortes tun.
Kommt sie oder kommt sie nicht, die Bestellung?
So weit so gut: Diese Woche sollen die Bestellungen wieder planmäßig ausgeliefert werden. Allerdings haftet der Insolvenzantrag wie ein Makel an dem Unternehmen. Medien und Verbraucherzentralen drängen dazu, Gutscheine möglichst schnell einzulösen „solange das Unternehmen noch existiert und Ware liefert“. Auf Vorkasse sollte man besser verzichten. Auch auf die Rücksendung sollte man besser verzichten, da eventuell kein Geld zurückerstattet wird. Vielen Kunden ist das zu unsicher, sie ordern aus Sicherheit lieber gleich bei anderen Händlern, was die kritische Situation noch weiter zuspitzt.
Die anderen Leidtragenden
Aber auch andere Unternehmen bringt die Zahlungsunfähigkeit in Bedrängnis. Allen voran die Vertriebspartner, von denen viele auf ihr Geld warten. So wie Tobias Spill von eLogistics, die u.a. Wandtattoos über die Plattform vertreibt. Er erklärte gegenüber der FAZ, dass die Neckermann-Pleite sein eigenes Unternehmen in „große finanzielle Schwierigkeiten“ bringe. Er wartet auf einen hohen fünfstelligen Betrag, aber ob der kommt, ist unklar. Dabei wächst das Geschäft mit den rund 150 Vertriebspartnern, die eigene Produkte über die Plattform anbieten, nachhaltig. 2010 wurden rund 13% des Gesamtumsatzes mit Vertriebspartnern gemacht. Auch die Deutsche Post, die die Neckermann Pakete versendet, spürt die Auswirkungen. Auch wenn der gelbe Konzern die Verluste durch die gute Entwicklung in anderen Geschäftsbereichen kompensieren kann, gab der Aktienkurs in der letzten Woche nach.
Foto: von Nieuwemedianeckerman (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons







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