Generation Praktikum: Der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie erklärte jüngst, warum ein Mindestlohn für Praktikanten ausgeschlossen werden müsse. Auch in Ostdeutschland sei der festgelegte Lohn problematisch.

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Ingeborg Neumann vom Gesamtverband sieht den Mindestlohn für Praktikanten kritisch

Nach dem Zusammenfinden der großen Koalition beschäftigt sie sich nun endlich mit dem zentralen Thema: Mindestlohn. 8,50€ sollen zukünftig Millionen deutsche Arbeitnehmer mindestens pro Stunde in ihrer Tasche haben. Doch das gilt eben nur für Arbeitnehmer und nicht für Praktikanten. Nun äußerte sich auch die Präsidentin des Gesamtverbands textil+mode (t+m), Ingeborg Neumann, zu diesem Thema. Gerade für junge Menschen dienen Praktika in der Textil- und Modebranche vor allem der Berufsfindung. Dennoch verursachen sie in den „Unternehmen eher zusätzliche Kosten“, als dass sie die Einnahmen steigern, so die Präsidentin Neumann. „Ein gesetzlicher Mindestlohn für Praktikanten wäre kontraproduktiv für die Beschäftigung.“

Auch in ostdeutschen Textil- und Modeindustrie ist der gesetzliche Mindestlohn problematisch. Gerade für Geringqualifizierten bietet die Modeindustrie Beschäftigungschancen, die im Westen Deutschlands kaum noch bestehen. Ein Mindestlohn von 8,50€ riskiert Arbeitsplätze für Menschen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung, denn diese Arbeitskosten können häufig nicht erwirtschaftet werden. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1.200 Unternehmen und 400.000 Beschäftigten im In- und Ausland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland.

Foto: t+m