Metro spekuliert auf das Weihnachtsgeschäft
Zweckoptimismus bei Währungskrise und Konsumrückhaltung: Metro-Chef Cordes lobt die positive Ergebnisentwicklung des Konzerns und hält ein Ergebniswachstum von 10 Prozent für das Gesamtjahr durchaus für möglich – vorausgesetzt das Weihnachtsgeschäft brummt.
Die Metro Group hofft auf ein boomendes Weihnachtsgeschäft
Der Umsatz der Metro Group ging in den ersten drei Monaten leicht um 0,6% auf 47,2 Mrd. Euro zurück, wobei sich der Negativtrend im dritten Quartal mit einem Minus von 2% sogar noch verstärkte. Hingegen konnte das EBIT vor Sonderfaktoren in den ersten neun Monaten deutlich, um über 16%, auf 1,066 Mrd. Euro verbessert werden. Die wirtschaftlichen Bedingungen seien nicht leicht gewesen, umso erfreulicher seien die Ergebnissteigerungen, kommentierte der scheidende Konzernchef Dr. Eckhard Cordes. Selbst die MediaSaturn-Gruppe kommt dank des Ausbaus des Onlinegeschäfts wieder auf Trab.
Die Warenhaustochter Galeria Kaufhof musste in der Zeit von Januar bis September 2011 einen Umsatzeinbruch von 3,3% auf 2,3 Mrd. Euro hinnehmen. Im dritten Quartal brach der Umsatz sogar um 6,3% ein, was auf das ungewöhnlich milde Wetter bei Verkaufsstart der Herbst- und Winterkollektionen zurückgeführt werden kann. „Galeria Kaufhof konnte sich dieser Entwicklung aufgrund des hohen Textilumsatzanteils nicht entziehen“, heißt es aus Düsseldorf. Auch beim Ergebnis mussten Abstriche verkraftet werden: Das EBIT vor Sonderfaktoren sank im Vergleich zum Vorjahr um 13 Mio. Euro auf -40 Mio. Euro.
Die letzten Monate sollen es rumreißen
Für das Gesamtjahr rechnet Metro mit einem Umsatz über dem Vorjahresniveau – vorausgesetzt, dass sich Wechselkurse nicht negativer als bisher auswirken und die bevorstehenden Weihnachtstage das Geschäft wie gewohnt beleben. Beim Ergebnis hält man sogar ein Plus von 10% für möglich, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser verläuft. Bei normalem Verlauf sollte das Ergebniswachstum bei mindestens 5% liegen.
Verkauf der Galeria Kaufhof – schön, aber nicht notwendig
Metro-Chef Cordes kommentierte auch die Gerüchte, dass der Verkaufsprozess um Galeria Kaufhof mit den schon bekannten Worten: Man stünde bei einem Verkauf „nicht unter Druck“, das Geschäft müsse „nicht zwingend“ veräußert werden. Man sei auf der Suche nach einem „verantwortungsvollen“ Käufer, der einen „angemessenen Preis“ zahle. Doch die Verkaufskoketterie nützt am Ende niemandem, am wenigsten den Kaufhof-Mitarbeitern.
Foto: Metro AG





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