Comeback! Die italienische Jeansmarke war einige Jahre ein wichtiger Player im Denim-Markt, dann brach der Markt ein und es musste restrukturiert werden. Mit einer neuen Positionierung will die Marke jetzt zurückkommen.

Meltin'Pot will wieder zurück: Günstigere und schnellere Kollektionen sollen den Weg ebnen

Meltin’Pot macht am Unternehmenssitz in Lecce erste Retail-Erfahrungen

Über 21 Jahre gibt es Meltin’Pot schon. Die letzten Jahre waren für das Denimbrand aus dem apulischen Matino aber alles andere als einfach – doch aufgeben gilt nicht. CEO Augusto Romano hat nach dem 2013 eingeleiteten Restrukturierungsverfahren einige Weichen gestellt, um die Gunst der Kunden zurückzuerlangen. Dreh- und Angelpunkt der neuen Strategie ist es, mit der langjährigen Erfahrung weiter solide, gut verarbeitete Jeans anzubieten, aber die Marke in einem neuen Segment zu positionieren. Die Einstiegspreislage wurde deutlich nach unten gesetzt: Die so genannte POP Jeans Linie mit verschiedenen Fits startet im Verkauf bereits ab 59 Euro und ist damit im Mainstream-Segment mit Marken wie Tom Tailor oder Jack & Jones angekommen. Aufwendigerer Waschungen, spezielle Finishes und bessere Qualitäten kosten mehr, jenseits der 129-Euro-Marke liegt Meltin’Pot aber selten.

Authentisch, lässig, cool: Meltin'Pot will bei der jungen Generation gewinnen

Authentisch, lässig, cool: Meltin’Pot will bei der jungen Generation gewinnen

Auch die Zielgruppe hat sich leicht verschoben: Waren früher noch Frauenjeans maßgeblicher Umsatzgarant, stehen sie heute nur noch für ein Drittel des Umsatzes. Gleichzeitig möchte sich Meltin’Pot stärker bei der Jugend positionieren: Sie ist laut CEO Augusto Romano „die Zukunft“. Durch die Rezession und die Trendschwankungen hat die italienische Marke in der Vergangenheit den Kontakt zu ihr verloren und will ihn jetzt mit neuen Marketing- und Social-Media-Strategie wieder auffrischen. Bilder von authentischen, jungen Leuten sollen den kreativ-lässigen Lebensstil der neuen Meltin’Pot-Generation illustrieren und Verbindungen knüpfen. Entsprechend wichtig ist es für die Marke daher jetzt auch, bei den richtigen Händlern geführt zu werden. Stark modisch ausgerichtete Onlinehändler spielen in der neuen Vertriebsstrategie eine zunehmend wichtige Rolle. Gleichzeitig weiß das Unternehmen, dass es, wenn es mit anderen Anbietern mithalten will, seinen Kollektionsrhythmus an die veränderten Marktanforderungen anpassen muss. Da der Fachhandel heute wie ein Vertikaler auftreten will (und muss), ist es wichtig, dass regelmäßiger neue, modische Ware auf die Fläche kommt. Eigene Stores sollen dabei nicht nur als Umsatzbringer, sondern auch als Feedback-Fläche dienen. Im Frühjahr eröffnete Meltin’Pot am Unternehmenssitz in der Provinz Lecce den „Big Store“, der das neue Lebensgefühl der Marke nicht nur im Design, sondern auch den dort stattfindenden Events widerspiegelt. Weitere Stores sind bereits in Planung.

„Zugebenermaßen sind wir durch eine toughe Zeit gegangen,“ so Romano kürzlich gegenüber Fusion Associates, „Aber es sieht so aus, als ob der Markt in den letzten sechs Monaten an Fahrt aufgenommen hat und deshalb erscheint die Zukunft freundlicher.“

Fotos: Meltin’Pot