Neue Maßstäbe: Das Luxusbrand mit Münchner Wurzeln plant seine Umsätze in den nächsten fünf Jahren auf 2 Milliarden Dollar zu verdoppeln und will dabei, auch an künftige Generationen denken.

In 2015 warb MCM äußerst erfolgreich mit dem Slogan: We are the futurists

In 2015 warb MCM äußerst erfolgreich mit dem Slogan: We are the futurists

Die südkoreanische Unternehmerin Sung-Joo Kim, die in den 90er Jahren die Lizenz von MCM erwarb und dann 2005 komplett übernahm, hat große Pläne für die in Münchnen gegründete Edelmarke. Als Chief Visionary Officer – wie sie sich selbst betitelt – plant sie die Umsätze der Marke zu verdoppeln. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, jetzt da insbesondere asiatische, primär chinesische Konsumenten, auf der Suche nach eher unverbrauchten Luxusbrands sind. Während andere Luxusmarken wie etwa Louis Vuitton oder Gucci zuletzt insbesondere jüngere Zielgruppen mit ihren plakativen Logos verschreckten, zeigt sich das in Zürich ansässige Unternehmen davon unbeeindruckt und arbeitet mit verschiedenen Künstlern und einem Designteam um das traditionelle Lorbeer-Diamant-Logo herum. Zuletzt stiegen die Umsätze um über 14%, für 2016 rechnet Kim mit einem Wachstum von 20%. Dabei erzielt MCM den Großteil seiner Umsätze in Asien (60%), vornehmlich im modeaffinen Südkorea. Wachstumspotential sieht die MCM-Vorsitzende Kim vor allem in Japan, aber auch in vielen europäischen Metropolen und natürlich im wachsenden Online- und Mobilegeschäft, das in fünf Jahren rund ein Fünftel der Gesamtumsätze ausmachen wird, vermutet Kim. Weltweit ist MCM mit 430 Filialen in 35 Ländern erhältlich.

Zuletzt kooperierte MCM mit dem deutschen Künstler Tobias Rehberger

Zuletzt kooperierte MCM mit dem deutschen Künstler Tobias Rehberger

Gleichzeitig kündigte die stark für Frauenrechte eintretende Kim auf der Condé Nast International Luxury Conference in Seoul an, sich mit ihrem Unternehmen stärker sozial und verantwortungsbewusst zu engagieren. In diesem Zusammenhang eröffnete sie, dass MCM die Arbeit der Charity-Organisation (RED) und The Global Fund mit 10 Mio. Dollar – verteilt über die nächsten zehn Jahre – zu unterstützen. Mit dem Geld werden Hilfsprojekte finanziert, die sich dem Kampf von Aids, Tuberkulose und Malaria in afrikanischen Staaten widmen. „Als eine Marke für Millennials müssen wir beginnen Projekte und Handlungen umzusetzen, die die Zukunft dieser Generation – die Generation meiner Tochter – beeinflussen werden. Als Unternehmen und Führungskräfte müssen wir die Möglichkeit ergreifen und der Katalysator sein, der den Wandel antreibt. Wenn sich Unternehmen für diesen Wandel entscheiden, werden diesem Vorbild auch ganze Staaten folgen“, so Kim. Sie versprach in Zukunft alle Aspekte zu den Themen Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit beim Design, der Materialauswahl, beim Sourcing und der Produktion in Betracht zu ziehen. Bereits heute wird ein Großteil der Taschen, u.a. der Bestseller Visetos Canvas nicht aus Leder gefertigt.